Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Google einrichten – Aufforderung, App, Schlüssel oder Passkey

Ali Cetinkaya Zuletzt aktualisiert:

Diese Anleitung ist für alle, die ihr Google-Konto – und damit Gmail, Fotos, YouTube, Drive und den Google Passwortmanager – mit einem zweiten Faktor absichern wollen. Google nennt die Funktion auf der deutschen Hilfeseite inzwischen «2-Faktor-Authentifizierung» und erwähnt den alten Namen «Bestätigung in zwei Schritten» nur noch in Klammern; gemeint ist dasselbe. Wir zeigen den Weg auf Android, iPhone und Computer, erklären die fünf Methoden vom Push bis zum Passkey, zeigen, wie du Backup-Codes und Wiederherstellung einrichtest, und was Betrüger tun, um den zweiten Faktor trotzdem auszuhebeln. Vorweg ehrlich: Das ist kein eigener Praxistest, sondern eine Auswertung. Grundlage sind die deutschen Hilfeseiten von Google, die Wochenrückblicke und die Technologiebetrachtung des Schweizer Bundesamts für Cybersicherheit BACS sowie die Empfehlungen des deutschen BSI, alle geprüft am 29.10.2026. Menünamen übernehmen wir so, wie sie auf den Hilfeseiten stehen; Google weist selbst darauf hin, dass diese Seiten teilweise maschinell übersetzt sind.

Geprüft mit: Geprüft am 29.10.2026 mit den deutschen Google-Hilfeseiten «2-Faktor-Authentifizierung aktivieren» (Fassungen für Android, iPhone und Computer), «Sich mit Aufforderungen von Google anmelden», «Bestätigungscodes mit Google Authenticator abrufen», «Sicherheitsschlüssel für die 2-Faktor-Authentifizierung verwenden», «Für die Anmeldung Passkeys statt Passwörter verwenden», «Mit Backup-Codes anmelden», «Häufige Probleme bei der 2-Faktor-Authentifizierung beheben», «Mit App-Passwörtern anmelden», «2-Faktor-Authentifizierung deaktivieren», «Häufige Fragen zum erweiterten Sicherheitsprogramm» und «Zugriff auf mein Google-Konto behalten», dem Google-Blog vom 10.10.2023, den BACS-Wochenrückblicken 38/2026 und 19/2024, der BACS-Technologiebetrachtung «Sicherheitsklassen für Authentifikationsverfahren» (September 2026), der BSI-Seite «Zwei-Faktor-Authentisierung» und der FIDO-Mitteilung vom 15.10.2026. Nicht bestätigt: Wie du auf dem iPhone aus der Gmail-App in die Kontoeinstellungen kommst – die Hilfeseite sagt nur «Öffnen Sie Ihr Google-Konto», darum beschreiben wir den Weg über den Browser. Die Namen der Geräteliste und des Sicherheitschecks im Google-Konto nennen die geprüften Seiten nicht wörtlich; wir formulieren dort allgemein. Zu App-Passwörtern widersprechen sich die Quellen: Google schreibt, sie würden beim Ändern des Kontopassworts aufgehoben, das BACS berichtet von einem Fall, in dem der Zugriff danach bestehen blieb – wir nennen beides.

So geht es

Wähle dein Gerät oder Programm:

Android: im Google-Konto einschalten

Geprüft mit der Android-Fassung der Google-Hilfeseiten «2-Faktor-Authentifizierung aktivieren» und «Mit Backup-Codes anmelden», Stand 29.10.2026. Die Menünamen stammen wörtlich aus diesen Seiten. Auf Android bekommst du Aufforderungen von Google ohne zusätzliche App, weil das Gerät ohnehin mit deinem Konto angemeldet ist.

  1. Kontoeinstellungen öffnen

    Öffne auf dem Android-Smartphone oder -Tablet die «Einstellungen» und tippe auf «Google» und dann auf «Google-Konto verwalten». Auf manchen Geräten steht der Weg laut Google-Hilfe stattdessen unter dem Namen deines Kontos: Tippe auf den Namen, noch einmal auf den Namen und dann auf «Google-Konto verwalten». Eventuell musst du dich anmelden.

  2. «Sicherheit und Anmeldung» wählen

    Tippe oben auf den Reiter «Sicherheit und Anmeldung». Dort findest du den Abschnitt «So melden Sie sich in Google an» mit Passwort, Passkeys und dem zweiten Schritt. Bei einem Konto von Arbeitgeber oder Schule funktionieren die folgenden Schritte laut Google unter Umständen nicht – dann hilft dir die Administratorin oder der Administrator.

  3. «2-Faktor-Authentifizierung aktivieren»

    Tippe unter «So melden Sie sich in Google an» auf «2-Faktor-Authentifizierung aktivieren» und folge der Anleitung auf dem Bildschirm. Google fragt dabei nach einer Telefonnummer als Ersatzweg; die Codes per SMS oder Anruf sind sechsstellig. Laut Google kann es bis zu 7 Tage dauern, bis eine neu hinzugefügte Nummer als vertrauenswürdig gilt – ein vorhandener Passkey oder Sicherheitsschlüssel kann das beschleunigen.

  4. Aufforderung von Google als Standard

    Wenn du dich nicht gleich mit einem Passkey anmelden willst, empfiehlt Google die Aufforderung aufs Smartphone als zweiten Schritt: Bei jeder Anmeldung erscheint eine Push-Benachrichtigung mit Gerät, Standort und Uhrzeit des Versuchs, und du tippst auf «Ja» oder «Nein». Dafür braucht das Android-Gerät laut Hilfe die aktuelle Version der Google Play-Dienste, eine Internetverbindung und darf nicht auf «Bitte nicht stören» stehen. Die Aufforderung schützt laut Google besser vor SIM-Swapping als ein SMS-Code, weil sie nur an angemeldete Geräte geht.

  5. Abschliessen und Ersatz anlegen

    Gehe nach dem Einschalten im selben Bereich auf «2-Faktor-Authentifizierung» und erzeuge unter «Back-up-Codes» mit «Weiter» und «Back-up-Codes abrufen» deine zehn Ersatzcodes – wie du sie aufbewahrst, steht im Reiter «Backup-Codes und Wiederherstellung». Das Kästchen «Auf diesem Gerät nicht mehr fragen» beim Anmelden setzt du laut Google nur auf Geräten, die du regelmässig und allein benutzt. Ausschalten kannst du die Funktion später im selben Menü mit «Deaktivieren» – wir und das BSI raten davon ab.

Warum der zweite Faktor – und warum zuerst beim Google-Konto

Ein Passwort ist etwas, das du weisst – und damit etwas, das dir jemand abnehmen kann: durch Phishing, durch ein Datenleck beim Dienst oder durch Schadsoftware, die gespeicherte Passwörter vom Gerät abgreift. Das BSI beschreibt die Zwei-Faktor-Authentisierung als Kombination von Faktoren aus verschiedenen Kategorien: Wissen (Passwort, PIN), Besitz (Smartphone, Chipkarte, Sicherheitsschlüssel) oder Biometrie (Fingerabdruck, Gesicht). Wer nur das Passwort hat, kommt an der zweiten Schranke nicht vorbei. Google beschreibt die Funktion auf seiner Hilfeseite genau so: als zusätzlichen Schutz für den Fall, dass Unbefugte an dein Passwort gelangen.

Das Google-Konto gehört dabei an die erste Stelle, noch vor Social Media und Shops. Es ist für viele das E-Mail-Postfach, und über «Passwort vergessen» lassen sich mit dem Postfach fast alle anderen Konten zurücksetzen – das BACS nennt das E-Mail-Konto darum im Wochenrückblick 19/2024 den «Dreh- und Angelpunkt» der Zugänge zu den Internetdiensten. Dazu kommen Fotos, Drive, Kalender, Standortverlauf, YouTube-Käufe und, wenn du Chrome nutzt, der Google Passwortmanager mit allen gespeicherten Passwörtern. Ein übernommenes Google-Konto ist deshalb kein einzelnes Konto, sondern der Schlüsselbund.

BACS und BSI empfehlen beide, den zweiten Faktor überall einzuschalten, wo ein Dienst ihn anbietet. Das BSI weist zusätzlich darauf hin, dass viele Dienste die Funktion zwar anbieten, aber standardmässig ausgeschaltet lassen – ein Blick in die Anmeldeeinstellungen lohnt sich also auch bei Konten, die du für gesichert hältst. Dass die Lücke in der Schweiz real ist, zeigt die Studie «KMU Cybersicherheit 2026»: Nur gut die Hälfte der befragten Betriebe hatte die Mehrfaktor-Authentifizierung vollständig eingeführt (→ Über 35'000 Schweizer KMU von schweren Cyberangriffen getroffen – nur jedes vierte testet seine Backups). Der zweite Faktor ersetzt kein gutes Passwort, sondern ergänzt es – wie du ein starkes Passwort baust, steht in unserer Anleitung (→ Sicheres Passwort erstellen – und was 2026 wirklich sicher ist).

Welche Methode ist wie sicher? Die BACS-Sicherheitsklassen

Das Schweizer BACS hat in seiner Technologiebetrachtung «Sicherheitsklassen für Authentifikationsverfahren, -mittel und -dienste» (September 2026) gängige Verfahren in die Klassen «tief», «mittel» und «hoch» eingeteilt. Ein Stern markiert Verfahren, die gegen Phishing in Echtzeit und gegen Man-in-the-Middle-Angriffe schützen. Benutzername und Passwort allein stehen in «tief» – solche Verfahren sollen laut BACS grundsätzlich nicht mehr eingesetzt werden, auch wenn die Übertragung verschlüsselt ist. Passwort mit SMS-Code und Software-Codes wie Google oder Microsoft Authenticator liegen in «mittel» ohne Stern: Sie schützen gegen gestohlene Passwörter, aber nicht, wenn du den Code selbst auf einer gefälschten Seite eingibst. Zu SMS merkt das BACS ausserdem an, dass die Sicherheit SMS-basierter Verfahren grundsätzlich in Frage gestellt sei und sie nur noch eingesetzt werden sollten, wenn es keine bessere Alternative gibt.

Phishing-resistent sind die beiden FIDO-Verfahren: Synchronisierte Passkeys, wie sie Apple und Google über Schlüsselbund und Passwortmanager verteilen, erreichen «mittel*»; FIDO2-Hardware-Schlüssel ohne Synchronisierung und Export erreichen «hoch*». Der Unterschied liegt laut BACS vor allem darin, ob der private Schlüssel in spezieller Hardware liegt oder über eine Cloud auf mehrere Geräte kopiert werden kann. Googles eigene Einordnung passt dazu: Die Hilfeseite nennt Passkeys und Hardware-Schlüssel als Methoden «für einen besseren Schutz vor Phishing» und SMS- oder Anrufcodes als «anfällig für telefonnummernbasierte Angriffe».

Für den Alltag heisst das: Die Aufforderung von Google ist bequem und deutlich besser als SMS, weil sie nur an angemeldete Geräte geht und dir Gerät und Ort des Anmeldeversuchs zeigt – aber sie schützt dich nicht vor dir selbst, wenn du auf einer gefälschten Seite «Ja» tippst. Die Authenticator-App ist unabhängig vom Mobilfunknetz und von Googles Push-Diensten, bleibt aber ebenfalls in «mittel». Wer die phishing-resistente Stufe will, nimmt einen Passkey auf Smartphone oder Computer; wer die höchste Stufe will oder besonders gefährdet ist, kauft zwei Hardware-Schlüssel. Und egal welche Methode: Die Backup-Codes gehören dazu, sonst wird aus dem Schutz eine Aussperrung.

Passkey statt Passwort: Googles Standard seit Oktober 2023

Am 10.10.2023 hat Google Passkeys zur Standardoption für private Google-Konten gemacht: Seither schlägt Google beim Anmelden vor, einen Passkey zu erstellen, und die Einstellung «Skip password when possible» – auf der deutschen Hilfeseite «Wenn möglich, Passwort überspringen» – ist eingeschaltet. Laut Google-Blog sind Passkeys 40 % schneller als Passwörter, und wer lieber beim Passwort bleibt, schaltet die Option einfach aus. Technisch ist ein Passkey ein Schlüsselpaar: Der private Schlüssel bleibt auf deinem Gerät oder im Schlüsselbund, Google kennt nur den öffentlichen. Beim Anmelden bestätigst du mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN, dass du das Gerät entsperren kannst – die biometrischen Daten bleiben laut Google auf dem Gerät.

Weil ein Passkey laut Google-Hilfe nicht geteilt, kopiert, aufgeschrieben oder versehentlich weitergegeben werden kann, gibt es nichts, was eine Phishing-Seite abfragen könnte, und er funktioniert nur für die echte Google-Adresse. Deshalb entfällt mit dem Passkey auch der zweite Schritt: Der Besitz des Geräts ist bereits bewiesen. Wichtig ist Googles Warnung dazu: Erstelle Passkeys nur auf Geräten, die dir gehören – jede Person, die dein Gerät entsperren kann, kommt damit ins Google-Konto, auch wenn du dich dort abgemeldet hast. Auf gemeinsam genutzten Tablets oder dem Familien-PC hat ein Passkey nichts verloren.

Wie weit das verbreitet ist, zeigt die FIDO Alliance, die den Standard verantwortet: Am 15.10.2026 meldete sie rund 7 Milliarden Passkeys weltweit, und bei den 15 grossen Verbraucherdiensten ihres «Passkey Index» laufen über ein Drittel der erfolgreichen Anmeldungen per Passkey – laut FIDO fast dreimal schneller als mit Passwort und klassischem zweiten Faktor, und alle Dienste, die Phishing messen, verzeichnen seither weniger erfolgreiche Angriffe. Das Passwort bleibt bei Google trotzdem als Ersatzweg bestehen und muss deshalb genauso stark sein wie vorher; den Abschnitt «Passkeys: der nächste Schritt» in unserer Passwort-Anleitung (→ Sicheres Passwort erstellen – und was 2026 wirklich sicher ist) kannst du als Ergänzung lesen.

Smartphone verloren: so kommst du wieder ins Konto

Der häufigste Grund für eine Aussperrung ist nicht der Hacker, sondern das verlorene, gestohlene oder kaputte Smartphone. Google empfiehlt auf der Hilfeseite «Häufige Probleme» zuerst zwei Dinge: dich auf dem verlorenen Gerät abmelden und das Passwort des Google-Kontos ändern – beides geht von jedem anderen Gerät aus, auf dem du angemeldet bist. Dann wählst du auf dem Anmeldebildschirm «Andere Option wählen» und nimmst, was du vorbereitet hast: einen Backup-Code, ein anderes angemeldetes Smartphone, eine zweite Telefonnummer, einen Hardware-Sicherheitsschlüssel oder einen Passkey auf einem anderen Gerät.

Zwei stille Helfer sind oft noch da: Ein Computer, auf dem du «Auf diesem Computer nicht mehr fragen» gesetzt hast, lässt dich laut Google eventuell ohne zweiten Schritt hinein – von dort aus kannst du deine Methoden neu ordnen. Und die Telefonnummer kannst du dir von deinem Mobilfunkanbieter auf eine neue SIM oder eSIM übertragen lassen; dann kommen SMS-Codes wieder an. Was eine eSIM ist und wie der Wechsel läuft, erklärt unser Lexikon (→ Was ist eine eSIM? So funktioniert die digitale SIM-Karte). Nutzt du Google Authenticator mit Konto-Synchronisierung, sind die Codes nach der Anmeldung auf dem neuen Gerät automatisch wieder da – ohne Synchronisierung sind sie mit dem alten Gerät weg, und du brauchst die Backup-Codes.

Hast du weder Ersatzmethode noch Backup-Codes, bleibt die Kontowiederherstellung über die hinterlegte E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Google stellt dabei Fragen zum Konto, und weil die 2-Faktor-Authentifizierung aktiv ist, kann die Prüfung laut Hilfe drei bis fünf Arbeitstage dauern. Genau deshalb lohnt sich die Viertelstunde im Reiter «Backup-Codes und Wiederherstellung» vorher. Das BSI mahnt zusätzlich, bei der Wiederherstellung auf mehrstufige Verfahren zu achten: Ein Wiederherstellungsweg, der mit einem einzigen Faktor auskommt, schwächt den ganzen Schutz – Angreifer setzen genau dort an.

Dasselbe Prinzip für Apple, Microsoft, Bank und Social Media

Was hier für Google steht, gilt für jedes wichtige Konto: Apple-Konto, Microsoft-Konto, E-Banking, Mobilfunk-Kundenportal, Instagram, WhatsApp. Das BSI nennt ausdrücklich Online-Banking, Online-Shopping und Konten mit weitreichenden Rechten wie E-Mail und Social Media als die Fälle, in denen sich der zweite Faktor zuerst lohnt, und rät in jedem Fall davon ab, ihn wieder auszuschalten. Die Reihenfolge nach dem Google-Konto: E-Mail (falls nicht Gmail), Apple- oder Microsoft-Konto, Passwort-Manager, Bank und Zahlungsdienste, Mobilfunkanbieter, dann Social Media und Shops. Wie dringend das bei Messengern ist, zeigt die Welle gekaperter WhatsApp-Konten vom Oktober 2026: Das BACS zählte über 50 Meldungen in einem Monat, Schutz bietet die zweistufige Überprüfung mit PIN (→ Gefälschte Abstimmungen kapern WhatsApp-Konten: über 50 Meldungen im Oktober – das BACS warnt).

Wer viele Konten mit Authenticator-Codes schützt, bekommt eine Verwaltungsfrage: Wo liegen die Codes, und was passiert beim Gerätewechsel? Google Authenticator synchronisiert sie mit dem Google-Konto; Passwort-Manager bieten dasselbe im eigenen Tresor. Laut unserem Vergleich vom 16.10.2026 enthält NordPass Premium einen Authenticator, Bitwarden hat ihn schon im Gratis-Plan und ab Premium im Tresor, und auch Proton Pass Plus bringt ihn mit (→ Beste Passwort-Manager 2026: 1Password, NordPass, Bitwarden und Proton Pass im Vergleich). Das BACS empfiehlt auf seiner Seite «Geräteschutz» genau diese Kombination: für jeden Dienst ein eigenes Passwort, wo möglich Zwei-Faktor-Authentisierung und ein Passwort-Manager, der diese unterstützt. Bequem ist es, Passwort und Code im selben Tresor zu haben – wer die Faktoren streng trennen will, nutzt dafür eine separate App auf dem Smartphone, wie es das BSI für den sichersten Fall empfiehlt.

Ein Missverständnis zum Schluss: Ein VPN schützt deine Verbindung, nicht dein Konto. Es verschlüsselt den Weg zwischen Gerät und VPN-Server und verbirgt deine IP-Adresse, aber es hindert niemanden daran, sich mit deinem gestohlenen Passwort bei Google anzumelden – und es erkennt keine Phishing-Seite (→ Was ist ein VPN? So funktioniert das virtuelle private Netzwerk). Zweiter Faktor und VPN lösen verschiedene Probleme; wer beides will, richtet zuerst den zweiten Faktor ein und danach das VPN (→ VPN auf dem iPhone einrichten – mit App oder von Hand). Und wenn du auf einem fremden Computer angemeldet warst, räume danach Cookies und gespeicherte Anmeldungen weg (→ Cache und Cookies löschen – in jedem Browser, am Computer und am Handy).

Für besonders Gefährdete: Googles erweitertes Sicherheitsprogramm

Journalistinnen, Aktivisten, Politiker, Anwältinnen oder Menschen, die aus anderen Gründen gezielt angegriffen werden könnten, nennt Google als Zielgruppe seines erweiterten Sicherheitsprogramms. Es ist laut Google kostenlos; bezahlen musst du höchstens die Sicherheitsschlüssel. Der Unterschied zur normalen 2-Faktor-Authentifizierung: Die Anmeldung geht nur noch mit Passkey oder Hardware-Sicherheitsschlüssel, Aufforderungen, SMS und App-Codes fallen weg. Zusätzlich schränkt Google den Zugriff von Drittanbieter-Apps auf deine Daten ein, prüft verdächtige Downloads strenger und macht die Kontowiederherstellung aufwendiger, damit sie nicht als Hintertür dient.

Vor der Anmeldung solltest du laut Google eine Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse und -Telefonnummer eintragen, die 2-Faktor-Authentifizierung aktivieren und einen oder besser mehrere Sicherheitsschlüssel bereithalten. Backup-Codes lassen sich im Programm nicht herunterladen – der Ersatz ist der zweite Schlüssel. Verlierst du den einzigen Schlüssel, bleibt laut Hilfe nur die Kontowiederherstellung. Workspace-Konten von Arbeitgeber oder Schule können teilnehmen, wenn die Administration das Programm freigeschaltet hat; verpflichten kann sie niemanden. Für die meisten Privatpersonen ist das Programm mehr Aufwand als nötig – Passkey plus Backup-Codes plus eine zweite Methode reichen. Wer aber gezielte Angriffe fürchtet, bekommt hier den stärksten Schutz, den Google anbietet.

Gut zu wissen

  • Google ruft nicht an und fordert keine Codes – weder per Telefon noch per Chat. Jeder Anruf vom «Google-Support» ist Betrug; das BACS rät, sofort aufzulegen.
  • Neue Telefonnummern, Sicherheitsschlüssel, Authenticator-Apps und Passkeys sind laut Google bis zu 7 Tage nicht für die Anmeldung freigeschaltet. Richte Ersatzmethoden deshalb ein, bevor du sie brauchst – nicht erst vor der Reise.
  • Googles echte Anmeldeseite liegt nur unter accounts.google.com. Eine Anmeldemaske unter sites.google.com oder einer anderen Adresse ist Phishing, auch wenn «google» in der Adresse steht (BACS 38/2026).
  • Zehn Backup-Codes, achtstellig, jeder einmal gültig. «Aktualisieren» erzeugt neue und macht alle alten ungültig – nützlich, wenn jemand die Liste gesehen haben könnte.
  • «Auf diesem Gerät nicht mehr fragen» nur auf Geräten, die dir gehören und die niemand sonst nutzt. Auf fremden Geräten im privaten Browserfenster anmelden und danach alle Fenster schliessen, wie Google rät.
  • Mit einem Passkey entfällt der zweite Schritt – aber jeder, der dein Gerät entsperren kann, kommt ins Konto. Displaysperre einschalten, Passkeys nicht auf geteilten Geräten anlegen.
  • App-Passwörter sind laut Google «nicht empfohlen und in den meisten Fällen nicht erforderlich». Die Liste unter «Sicherheit und Anmeldung» sollte leer sein; jeder Eintrag ist ein Zugang ohne zweiten Faktor.
  • Das Prinzip gilt für alle Konten: Nach Google kommen E-Mail, Apple oder Microsoft, Passwort-Manager, Bank und der Mobilfunkanbieter – dessen Kundenportal ist der Hebel für eSIM-Betrug (BACS 19/2024).

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen 2-Faktor-Authentifizierung und Passkey bei Google?

Die 2-Faktor-Authentifizierung ergänzt dein Passwort um einen zweiten Schritt – Aufforderung, Code aus der App, SMS oder Sicherheitsschlüssel. Ein Passkey ersetzt die Anmeldung mit Passwort ganz: Du bestätigst mit Fingerabdruck, Gesicht oder Displaysperre, und Google lässt den zweiten Schritt aus, weil der Passkey schon beweist, dass du das Gerät besitzt. Beides lässt sich kombinieren: Du legst einen Passkey an und behältst Passwort plus zweiten Schritt als Ersatzweg. Das BACS stuft synchronisierte Passkeys als phishing-resistent ein («mittel*»), Passwort plus SMS oder App-Code nicht.

Kann ich die Bestätigung in zwei Schritten wieder ausschalten?

Ja, aber du solltest es nicht. Technisch geht es im Google-Konto unter «Sicherheit und Anmeldung» über «2-Faktor-Authentifizierung» und «Deaktivieren», mit einer zweiten Bestätigung; Google rät danach, gespeicherte Backup-Codes zu vernichten und nicht mehr benötigte App-Passwörter zu entfernen. Google selbst schreibt dazu, dass du damit eine Sicherheitsebene entfernst und es anderen leichter machst, auf dein Konto zuzugreifen, und das BSI rät in jedem Fall davon ab, den zweiten Faktor zu deaktivieren – gerade bei E-Mail und Konten mit weitreichenden Rechten. Wenn dich die Codes stören, ist der Passkey die bessere Lösung: weniger Aufwand, mehr Sicherheit.

Was, wenn ich mein Handy verliere?

Melde dich von einem anderen Gerät aus auf dem verlorenen Smartphone ab und ändere das Passwort des Google-Kontos, wie Google empfiehlt. Beim Anmelden wählst du «Andere Option wählen» und nimmst einen Backup-Code, ein anderes angemeldetes Gerät, eine zweite Telefonnummer, einen Sicherheitsschlüssel oder einen Passkey auf einem anderen Gerät. Ein Computer mit «Auf diesem Computer nicht mehr fragen» lässt dich eventuell ohne zweiten Schritt hinein. Ohne all das bleibt die Kontowiederherstellung, die laut Google drei bis fünf Arbeitstage dauern kann – erzeuge die Backup-Codes also heute, nicht nach dem Verlust.

Ist SMS als zweiter Faktor sicher?

Besser als gar kein zweiter Faktor, aber die schwächste Methode. Google nennt SMS- und Anrufcodes «anfällig für telefonnummernbasierte Angriffe», das BACS stuft Passwort plus SMS-Code als «mittel» ein und stellt die Sicherheit SMS-basierter Verfahren grundsätzlich in Frage. Der Grund: Wer deine Nummer per SIM-Swapping oder eSIM-Betrug übernimmt, bekommt die Codes – so übernahmen Angreifer im BACS-Fall 19/2024 E-Mail- und Apple-Konto. Behalte die Nummer als Ersatzweg, nimm als Hauptmethode die Aufforderung von Google, eine Authenticator-App oder gleich einen Passkey. Das BSI rät zusätzlich, SMS-Codes nicht auf demselben Gerät zu empfangen, auf dem du dich anmeldest.

Brauche ich Google Authenticator oder reicht die Aufforderung?

Für den Alltag reicht die Aufforderung: Google empfiehlt sie als zweiten Schritt, wenn du keinen Passkey nutzt, sie zeigt dir Gerät und Standort des Anmeldeversuchs und geht nur an angemeldete Geräte. Die Authenticator-App ist der Ersatz für Situationen ohne Internet oder Mobilfunk – laut Google funktioniert sie offline – und für Konten bei anderen Diensten, die keine Push-Aufforderung anbieten. Sicherheitsmässig liegen beide beim BACS in der Klasse «mittel»: keine schützt, wenn du den Code oder das «Ja» auf einer gefälschten Seite abgibst. Sinnvoll ist, beide zu hinterlegen – die App als zweite Methode, falls das Smartphone offline ist.

Was sind App-Passwörter und soll ich sie löschen?

Ein App-Passwort ist laut Google ein 16-stelliger Code, mit dem ältere Programme ohne «Über Google anmelden» auf dein Konto zugreifen – ohne zweiten Schritt. Google empfiehlt sie nicht und nennt sie in den meisten Fällen unnötig. Das BACS hat im September 2026 gezeigt, wie Betrüger nach einem Phishing ein App-Passwort anlegen und sich so eine Hintertür sichern, die im gemeldeten Fall auch nach dem Passwortwechsel offen blieb; Google schreibt dagegen, App-Passwörter würden beim Ändern des Kontopassworts aufgehoben. Prüfe die Liste unter «Sicherheit und Anmeldung» > «App-Passwörter» selbst und entferne alles, was du nicht kennst oder nicht mehr brauchst.

Warum fragt Google auf meinem Gerät nicht mehr nach dem Code?

Wahrscheinlich hast du beim Anmelden «Auf diesem Gerät nicht mehr fragen» oder «Auf diesem Computer nicht mehr fragen» angehakt; dann überspringt Google den zweiten Schritt auf diesem Gerät. Oder du meldest dich mit einem Passkey an, bei dem der zweite Schritt laut Google immer entfällt, weil der Besitz des Geräts bereits bestätigt ist. Willst du wieder gefragt werden, meldest du dich auf dem Gerät ab und beim nächsten Mal ohne das Häkchen an. Das BSI weist darauf hin, dass das Überspringen auf vertrauenswürdigen Geräten die Sicherheit verringert – auf geteilten Geräten solltest du das Häkchen nie setzen.

Gilt die Einstellung auch für YouTube, Gmail, Fotos und den Passwortmanager?

Ja. Die 2-Faktor-Authentifizierung ist eine Einstellung des Google-Kontos, nicht einer App. Sie gilt für jede Anmeldung mit diesem Konto: Gmail, YouTube, Fotos, Drive, Maps, den Google Passwortmanager in Chrome, Play-Käufe und Dienste von Drittanbietern, bei denen du dich über «Über Google anmelden» einloggst. Hast du mehrere Google-Konten, musst du sie einzeln einschalten. Bei Arbeits- oder Schulkonten (Google Workspace) entscheidet laut Google die Administration, ob und wie du den zweiten Schritt und Passkeys nutzen kannst.

Wie lange dauert es, bis eine neue Methode funktioniert?

Google schaltet neue Telefonnummern, Sicherheitsschlüssel, Authenticator-Apps und Passkeys laut Hilfe erst nach bis zu 7 Tagen für die Anmeldung frei; ein bereits vertrauenswürdiger Passkey oder Schlüssel kann den Prozess beschleunigen. Erkennt Google bei der neuen Methode verdächtige Aktivitäten, wird sie deaktiviert und du hast 30 Tage Zeit zu bestätigen, dass du sie selbst hinzugefügt hast – sonst wird sie gelöscht. Das ist Schutz gegen Angreifer, die sich nach einem Phishing heimlich eine eigene Methode eintragen. Für dich heisst es: Methoden in Ruhe vor einer Reise oder einem Gerätewechsel einrichten.

Unser Fazit
Codes, Passkeys und Passwörter an einem Ort?

Unser Vergleich der Passwort-Manager 2026 zeigt, welche Dienste neben Passwörtern auch Passkeys und Authenticator-Codes speichern, was Gratis-Pläne können und was Premium kostet – mit Preisen, Prüfdaten und Sicherheitsvorfällen, ohne eigenen Praxistest. So entscheidest du, ob Google Authenticator reicht oder ein eigener Tresor mehr bringt.

Zum Vergleich: Passwort-Manager 2026

Quellen

Ali Cetinkaya
Gründer & Herausgeber

Ali Cetinkaya ist Wirtschaftsinformatiker mit über 15 Jahren Erfahrung in IT und Online-Marketing. Für DealsScout wertet er Tarife, Tools und Deals aus – ehrlich, transparent und ohne Fachchinesisch.

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