Sicheres Passwort erstellen – und was 2026 wirklich sicher ist
Diese Anleitung ist für alle, die bei der nächsten Registrierung oder beim Ersetzen eines alten Passworts nicht mehr raten wollen, was heute als sicher gilt. Wir zeigen, wie du von Hand eine Passphrase baust, wie iPhone und Android dir ein starkes Passwort vorschlagen, wie der Generator in Bitwarden, 1Password und NordPass funktioniert und wie du das eine Passwort wählst, das du dir wirklich merken musst. Zum Schluss gehst du deine bestehenden Passwörter in sinnvoller Reihenfolge durch. Vorweg ehrlich: Das ist kein eigener Praxistest, sondern eine Auswertung. Die Empfehlungen beruhen auf den Richtlinien des US-Normungsinstituts NIST (SP 800-63B, Fassung 4 vom Juli 2025), des deutschen BSI, des Schweizer Bundesamts für Cybersicherheit BACS und des britischen NCSC sowie auf den Hilfeseiten von Apple, Google, Bitwarden, 1Password und NordPass. Wo die Behörden unterschiedliche Zahlen nennen, sagen wir das.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Schritt für Schritt
- 2. Was 2026 als sicher gilt – die Regeln von NIST, BSI und BACS
- 3. Wie Passwörter heute wirklich geknackt werden
- 4. Wie lange ein Passwort standhält
- 5. Passwort-Manager: ja oder nein
- 6. Passkeys: der nächste Schritt
- 7. Fünf Dinge, die du lassen kannst
- 8. Gut zu wissen
- 9. FAQ
- 10. Quellen
So geht es
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Von Hand: die Passphrase-Methode
Die Passphrase ist die Methode für Passwörter, die du dir merken musst. Sie beruht auf der NCSC-Empfehlung «three random words», der BSI-Variante mit fünf bis sechs zufälligen Wörtern und der NIST-Regel, dass Länge mehr zählt als Zeichenklassen (geprüft 27.10.2026).
Länge festlegen: mindestens vier Wörter
Nimm mindestens vier Wörter, besser fünf oder sechs – das BSI nennt fünf bis sechs zufällige Wörter aus dem Wörterbuch als gut merkbar, leicht tippbar und schwer zu knacken. So kommst du auf weit über 16 Zeichen und damit über die 15 Zeichen, die NIST für ein Passwort ohne zweiten Faktor verlangt. Das NCSC kommt mit drei Wörtern aus, setzt dabei aber auf wirklich ungewöhnliche Wörter; mit vier bist du auf der sicheren Seite.
Wörter wirklich zufällig wählen
Die Wörter dürfen keinen Zusammenhang haben: kein Zitat, keine Liedzeile, kein Satz, der dich beschreibt. Das NCSC rät ausdrücklich von Namen aus Familie und Haustieren, Geburtsdaten und dem Lieblingsverein ab, weil das alles in sozialen Netzwerken steht. Am zufälligsten wird es, wenn du ein Buch oder eine Wortliste an beliebigen Stellen aufschlägst oder den Passphrase-Generator deines Passwort-Managers nutzt. Ein frei erfundenes Beispiel, das du nicht übernehmen darfst: «Kerze Traktor Mond Spiegel».
Trennzeichen oder Zahl nur bei Bedarf
Verlangt der Dienst Grossbuchstaben, eine Ziffer oder ein Sonderzeichen, hängst du sie an eine Stelle, die du dir merkst – etwa ein Bindestrich zwischen den Wörtern und eine Zahl am Ende. Ein Buchstabe durch eine ähnliche Ziffer ersetzt («0» statt «o») bringt laut NCSC kaum zusätzliche Sicherheit, weil Angreifer diese Tricks kennen. Das BSI rät von Umlauten und «€» im Passwort ab, weil sie auf fremden Tastaturen oder bei manchen Diensten fehlen.
Auf Muster prüfen
Lies die Passphrase einmal durch: Ergibt sie einen Sinn, erzählt sie eine Geschichte oder enthält sie ein Wort, das mit dir zu tun hat, tausche dieses Wort aus. Tastaturmuster und Wiederholungen wie «asdfgh» oder «1234abcd» nennt das BSI als typische Fehler. Ebenso einfache Ziffern am Ende oder ein «!» ganz am Anfang oder Ende – Knackprogramme probieren genau das zuerst.
Nur für ein Konto verwenden
Die fertige Passphrase gilt für genau ein Konto. BSI und BACS sagen übereinstimmend: für jeden Dienst ein eigenes Passwort. Wird ein Dienst gehackt, probieren Angreifer die erbeuteten Zugangsdaten automatisch bei anderen Diensten durch – mehr dazu im Abschnitt, wie Passwörter heute geknackt werden. Für alles ausser den wenigen Hauptkonten übernimmt deshalb ein Passwort-Manager das Erstellen und Merken.
iPhone, iPad, Mac: Passwörter-App
Geprüft mit Apples Hilfeseite «Use the Passwords app to create, manage, and share passwords and passkeys across Apple devices» und dem Apple-Platform-Security-Dokument «Automatic strong passwords», Stand 27.10.2026. Die Passwörter-App gibt es ab iOS 18, iPadOS 18 und macOS Sequoia; davor liegen die Passwörter in den Einstellungen. Die deutschen Menünamen sind aus der iOS-Oberfläche übertragen, Apples deutsche Hilfeseiten waren nicht lesbar.
Vorschlag beim Registrieren annehmen
Legst du in Safari oder einer App ein Konto an und tippst ins Passwortfeld, schlägt das iPhone laut Apple automatisch ein eindeutiges, komplexes Passwort vor. Standardmässig hat es laut Apple Platform Security 20 Zeichen: 16 Kleinbuchstaben, eine Ziffer, ein Grossbuchstabe und zwei Bindestriche. Gibt die Website Regeln vor (zum Beispiel ein Sonderzeichen), erzeugt das Gerät das stärkste Passwort, das diese Regeln erfüllt. Du nimmst den Vorschlag an und musst dir nichts merken.
Wo das Passwort landet
Das Passwort wird im Schlüsselbund gespeichert; ist der iCloud-Schlüsselbund eingeschaltet, steht es laut Apple auf allen deinen Geräten bereit. Verwaltet wird es ab iOS 18 in der App «Passwörter» (englisch «Passwords»), die ausser Passwörtern auch Passkeys, WLAN-Passwörter und Bestätigungscodes aufbewahrt. Damit Safari und Apps die Passwörter einsetzen, muss das automatische Ausfüllen unter «Einstellungen» > «Allgemein» > «Autom. ausfüllen & Passwörter» (englisch «AutoFill & Passwords») eingeschaltet sein.
Passwort später nachschlagen
Öffne die App «Passwörter» und entsperre sie mit Face ID, Touch ID oder Code. Unter «Alle» (englisch «All») findest du jede Website und App; tippst du einen Eintrag an, siehst du Benutzername, Passwort und – falls eingerichtet – den Bestätigungscode. Von dort kannst du das Passwort kopieren oder ändern. Laut Apple lässt sich auch für ein bestehendes Konto ein neues starkes Passwort erzeugen, etwa um ein schwaches zu ersetzen.
Sicherheitsempfehlungen prüfen
Im Bereich «Sicherheit» (englisch «Security») warnt die App laut Apple vor Passwörtern, die leicht zu erraten sind, mehrfach verwendet werden oder in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind. Tippe auf ein betroffenes Konto, um das Passwort direkt beim Dienst zu ändern. Diese Liste ist der schnellste Weg, um alte Passwörter zu finden, die du ersetzen solltest – wie du dabei vorgehst, steht im Reiter «Bestehende Passwörter prüfen und ersetzen».
Teilen statt weitersagen
Musst du ein Passwort mit der Familie teilen, etwa für den Streaming-Dienst, legst du laut Apple in der Passwörter-App eine geteilte Gruppe («Shared Group») an; Änderungen gelten dann für alle Mitglieder. Einzelne Passwörter kannst du per AirDrop weitergeben, WLAN-Passwörter sogar, ohne dass die Empfängerin das Passwort selbst sieht. Das ist sicherer als ein Zettel oder eine Nachricht im Messenger.
Android und Chrome: Google Passwortmanager
Geprüft mit der deutschen Google-Hilfeseite «Passwörter in Chrome verwalten» für Android, Stand 27.10.2026. Die Menünamen stammen direkt aus dieser Seite. Bist du in Chrome mit deinem Google-Konto angemeldet, liegen die Passwörter im Google-Konto und sind auf allen Geräten verfügbar; ohne Anmeldung bleiben sie laut Google nur auf dem Gerät.
Vorschlag beim Anmelden annehmen
Legst du in Chrome ein neues Konto an, tippst du ins Passwortfeld und dann auf «Starkes Passwort vorschlagen». Erscheint die Option nicht, tippe laut Google zuerst auf «Passwort» und dann auf «Starkes Passwort vorschlagen». In der Vorschau bestätigst du mit «Passwort verwenden» – Chrome speichert das Passwort dann gleich im Google Passwortmanager.
Eigenes Passwort speichern lassen
Gibst du ein Passwort selbst ein, fragt Chrome, ob es gespeichert werden soll; tippe auf «Speichern». Du kannst Passwörter auch von Hand anlegen: Dreipunkt-Menü > «Einstellungen» > «Google Passwortmanager», dann unter der Suchleiste «Passwort hinzufügen», Website, Nutzername und Passwort eintragen und oben rechts auf «Speichern» tippen.
Passwörter anzeigen und verwalten
Öffne das Dreipunkt-Menü > «Einstellungen» > «Google Passwortmanager». Tippe auf einen Eintrag und dann auf «Passwort anzeigen», «Bearbeiten» oder «Löschen». Dieselben Passwörter siehst du laut Google auch im Browser unter passwords.google.com, wenn du dort mit deinem Konto angemeldet bist.
Passwortcheck ausführen
Im «Google Passwortmanager» findest du den «Passwortcheck». Er prüft laut Google, ob gespeicherte Passwörter in einer Datenpanne kompromittiert wurden, und zeigt dir die betroffenen Konten. Diese Liste arbeitest du im Reiter «Bestehende Passwörter prüfen und ersetzen» ab – beginnend mit dem E-Mail-Konto.
Exportieren, wenn du wechselst
Willst du später zu einem eigenen Passwort-Manager umziehen, kannst du im «Google Passwortmanager» unter «Einstellungen» die Option «Passwörter exportieren» wählen. Die Datei enthält alle Passwörter im Klartext – importiere sie sofort in den neuen Manager und lösche sie danach. Welcher Manager für dich passt, zeigt der Abschnitt «Passwort-Manager: ja oder nein» weiter unten.
Passwort-Manager: Generator (Bitwarden, 1Password, NordPass)
Geprüft mit der Bitwarden-Hilfeseite «Generator», der 1Password-Hilfeseite «How to choose a good 1Password account password» und der NordPass-Hilfeseite «Using Password Generator in NordPass» (Mobil-App), Stand 27.10.2026. Die Menünamen sind englisch, wie in den Hilfeseiten; die Apps gibt es auch auf Deutsch. Preise siehe Abschnitt «Passwort-Manager: ja oder nein».
Generator öffnen
Bitwarden: in der Browser-Erweiterung und der Mobil-App den Reiter «Generator» wählen, in der Web-App «Tools» > «Generator», in der Desktop-App «Generator» im Menü. NordPass: in der Mobil-App unten auf «Tools» tippen und die Kachel «Password Generator» wählen. Bei allen drei Managern gibt es den Generator auch direkt beim Anlegen eines neuen Eintrags – bei Bitwarden über die Taste «Generate» im Bearbeitungsfenster.
Typ wählen: Passwort oder Passphrase
Bitwarden lässt dich zwischen «Password» (Zufallszeichen) und «Passphrase» (zufällige Wörter) wählen; dazu gibt es einen Generator für Benutzernamen. Für Konten, die der Manager ausfüllt, ist das Zufallspasswort die bessere Wahl. Eine Passphrase nimmst du für alles, was du von Hand eintippen musst – am Fernseher, an der Spielkonsole oder als Hauptpasswort.
Länge und Zeichen einstellen
Beim Zufallspasswort stellst du unter «Length» 20 oder mehr Zeichen ein und lässt «A-Z», «a-z» und «0-9» aktiv. Die Sonderzeichen «!@#$%^&*» und die Felder «Minimum numbers» und «Minimum special» setzt Bitwarden laut Hilfe am besten auf 0 oder 1, sofern ein Dienst nicht mehr verlangt – zu viele Vorgaben schwächen das Passwort. «Avoid ambiguous characters» verhindert Verwechslungen wie «l» und «1». Bei der Passphrase wählst du unter «Number of words» vier bis sechs Wörter, ein Trennzeichen («Word separator», im Beispiel «-») und bei Bedarf «Capitalize» und «Include number».
Speichern und automatisch ausfüllen lassen
Bei Bitwarden kannst du auf einer Website, für die noch kein Eintrag existiert, im Ausfüllmenü «Fill generated password» wählen; nach dem Registrieren bietet die Erweiterung «New login» an und speichert Benutzername und Passwort. Bei NordPass tippst du laut Hilfe auf «Generate», dann auf «Copy» oder direkt auf «Save», trägst die Angaben zum Konto ein und bestätigst. Auf dem iPhone schlägt NordPass im Anmeldefeld selbst ein Passwort vor, das du über «Customise Strong Password» anpassen kannst.
Verlauf nutzen, wenn etwas schiefgeht
Hast du ein erzeugtes Passwort eingesetzt, aber vergessen zu speichern, hilft bei Bitwarden der Generator-Verlauf: Er merkt sich laut Hilfe erzeugte Passwörter und Benutzernamen auf diesem Gerät, bis du dich abmeldest. Prüfe nach jeder Registrierung kurz, ob der neue Eintrag im Tresor steht, bevor du den Browser schliesst.
Das eine Passwort, das du dir merken musst
Das Hauptpasswort deines Passwort-Managers, das Passwort deines Apple- oder Google-Kontos und das deines E-Mail-Postfachs musst du dir merken können – sie öffnen alles andere. Geprüft mit der 1Password-Hilfe «How to choose a good 1Password account password», den BSI-Seiten «Umgang mit Passwörtern» und «Sichere Passwörter erstellen» sowie der NCSC-Seite «Three random words», Stand 27.10.2026.
Lange Passphrase, nicht selbst ausgedacht
1Password bringt es auf den Punkt: Das beste Passwort ist eines, das du nicht selbst wählst – nimm eines, das ein Generator vorschlägt, denn Knackprogramme kennen die Muster, nach denen Menschen Passwörter bilden. Für ein Passwort zum Merken heisst das: Passphrase aus fünf bis sechs zufälligen Wörtern, wie das BSI sie beschreibt, mit Leerzeichen oder Bindestrichen dazwischen – laut 1Password tippt sich das leichter. Zahlen, Symbole und Grossbuchstaben verlangt 1Password für das Konto-Passwort ausdrücklich nicht.
Nirgends sonst verwenden
Dieses Passwort darf laut 1Password noch nie irgendwo anders benutzt worden sein, weil Angreifer gestohlene Passwörter aus schlecht geschützten Diensten bei anderen Konten durchprobieren. Dasselbe gilt für das E-Mail-Passwort: Das BSI stuft das private E-Mail-Konto als besonders wichtig ein, weil sich darüber viele andere Passwörter zurücksetzen lassen. Also: eigene Passphrase für den Manager, eine andere für die E-Mail, eine dritte für Apple- oder Google-Konto.
Aufschreiben ist erlaubt – richtig verwahrt
Das NCSC schreibt wörtlich, dass es in Ordnung ist, das Passwort aufzuschreiben, solange du es an einem sicheren Ort aufbewahrst. Das BSI sagt dasselbe mit einer Einschränkung: nicht als Notizzettel am Bildschirm, sondern gut unter Verschluss. 1Password empfiehlt, das Konto-Passwort ins «Emergency Kit» einzutragen und dieses sicher zu verwahren, und das Passwort aufzuschreiben, bis du es auswendig kannst. Ein Umschlag im Safe oder bei einer Vertrauensperson ist sicherer als ein schwaches Passwort, das du dir merken kannst.
Zweiten Faktor einschalten
BSI und BACS empfehlen, wo immer möglich die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren; die BACS-Technologiebetrachtung stuft Benutzername und Passwort allein in die tiefste Sicherheitsklasse ein. Für den Passwort-Manager, das E-Mail-Konto und das Apple- oder Google-Konto gilt das zuerst. Eine Authenticator-App oder ein Hardware-Schlüssel ist besser als ein SMS-Code, dessen Sicherheit das BACS grundsätzlich in Frage stellt. Noch besser ist ein Passkey, wo der Dienst ihn anbietet – dazu mehr im Abschnitt zu Passkeys.
Wiederherstellung vorbereiten
1Password weist darauf hin, dass niemand beim Anbieter dein Konto-Passwort kennt oder wiederherstellen kann – vergisst du es, ist der Tresor weg. Lege deshalb den Notfallzugriff an, den dein Manager bietet (bei 1Password das «Emergency Kit», bei anderen eine Notfallkontaktperson oder einen Wiederherstellungscode), und hinterlege bei Apple und Google einen Wiederherstellungskontakt oder -code. Prüfe einmal im Jahr, dass die hinterlegte Telefonnummer und Ersatz-E-Mail noch stimmen.
Bestehende Passwörter prüfen und ersetzen
Niemand ersetzt an einem Abend hundert Passwörter. Diese Reihenfolge folgt der BSI-Empfehlung, mit dem E-Mail-Konto zu beginnen, und nutzt die Prüffunktionen von Apple, Google und Have I Been Pwned, Stand 27.10.2026.
E-Mail-Konto zuerst
Beginne mit dem E-Mail-Postfach, weil darüber laut BSI die Passwörter vieler anderer Dienste zurückgesetzt werden können. Neues Passwort als lange Passphrase, zweiten Faktor einschalten, Wiederherstellungsoptionen prüfen. Dann folgen Apple- oder Google-Konto, Passwort-Manager, Bank und Zahlungsdienste, danach Social Media und Shops.
Datenlecks prüfen
Gib deine E-Mail-Adresse bei Have I Been Pwned ein. Der Dienst zeigt, in welchen bekannten Datenlecks sie aufgetaucht ist – etwa in der Sammlung «June 2026 Stealer Logs», die laut der Seite 56,3 Millionen E-Mail-Adressen und 124 Millionen Passwörter enthält. Das BSI weist darauf hin, dass solche Portale meist nur die E-Mail-Adresse abgleichen; ein Treffer sagt also nicht genau, welches Konto betroffen ist. Ersetze deshalb die Passwörter aller Konten, die mit dieser Adresse laufen und noch ein altes Passwort haben.
Passwortcheck im Gerät nutzen
Auf dem iPhone zeigt die App «Passwörter» unter «Sicherheit» (englisch «Security») alle Passwörter, die laut Apple leicht zu erraten sind, mehrfach verwendet werden oder in Datenlecks aufgetaucht sind. In Chrome auf Android öffnest du das Dreipunkt-Menü > «Einstellungen» > «Google Passwortmanager» > «Passwortcheck». Eigene Passwort-Manager haben ähnliche Berichte. Arbeite die Liste von oben nach unten ab: zuerst geleakt, dann mehrfach verwendet, dann schwach.
Wiederverwendete Passwörter ersetzen
Jedes Passwort, das bei mehr als einem Dienst gilt, ersetzt du durch ein Zufallspasswort aus dem Generator – für jeden Dienst ein eigenes. Lass den Manager oder das Gerät das neue Passwort gleich speichern. Ist dein Gerät möglicherweise mit Schadsoftware infiziert, gilt laut BSI die Reihenfolge: zuerst das Gerät bereinigen, dann die Passwörter ändern – sonst liest der Schädling die neuen gleich mit.
Alte Konten löschen
Konten, die du nicht mehr brauchst, löschst du statt sie umzubenennen – jedes vergessene Konto mit altem Passwort ist ein Risiko, wenn der Dienst später gehackt wird. Die Liste aller Konten liefert dir dein Passwort-Manager oder die Passwörter-App. Bei Diensten ohne Löschfunktion änderst du wenigstens das Passwort auf ein Zufallspasswort und entfernst Zahlungsmittel. Cookies und gespeicherte Anmeldungen im Browser räumst du danach auf – die Anleitung dazu findest du unter «Verwandte Anleitungen» am Ende der Seite.
Was 2026 als sicher gilt – die Regeln von NIST, BSI und BACS
Die wichtigste Änderung der letzten Jahre: Länge zählt mehr als Komplexität. Das US-Normungsinstitut NIST hat im Juli 2025 die vierte Fassung seiner Richtlinie SP 800-63B veröffentlicht, die die Fassung von 2017 ablöst. In Abschnitt 3.1.1.2 verlangt sie von Diensten, dass Passwörter mindestens 15 Zeichen lang sein müssen, wenn sie allein zum Anmelden dienen; nur zusammen mit einem zweiten Faktor dürfen es mindestens 8 Zeichen sein. Dienste sollen mindestens 64 Zeichen zulassen, dürfen keine Zeichenklassen vorschreiben (also kein Zwang zu Grossbuchstabe, Ziffer und Sonderzeichen), dürfen keinen regelmässigen Wechsel verlangen und müssen neue Passwörter gegen eine Sperrliste bekannter, erwartbarer und kompromittierter Passwörter prüfen. Sie müssen Passwort-Manager und das automatische Ausfüllen zulassen, sollen Leerzeichen und Unicode akzeptieren und dürfen keine Sicherheitsfragen und keine Passwort-Hinweise mehr anbieten.
Das deutsche BSI formuliert eine Faustregel mit zwei Wegen: kurz und komplex mit mindestens 8 Zeichen und vier Zeichenarten, oder lang und weniger komplex mit mindestens 25 Zeichen, etwa als Folge von Wörtern. Für das WLAN-Passwort empfiehlt es mindestens 20 Zeichen, weil dort Angriffe offline möglich sind. Ein 8-stelliges Passwort mit drei Zeichenarten reicht laut BSI nur, wenn zusätzlich ein zweiter Faktor aktiv ist. Zum Wechsel sagt das BSI in seiner Pressemitteilung vom 31.01.2025 «Passwortwechseln war gestern» klar: Der Rat, Passwörter routinemässig zu ändern, ist überholt, weil dabei mit der Zeit schwächere Passwörter entstehen; geändert wird, wenn es einen Hinweis auf ein Leck oder einen fremden Zugriff gibt.
Das Schweizer BACS nennt auf seiner Seite «Geräteschutz, Passwörter und Zugriffsschutz» für Online-Dienste mindestens 12 Zeichen aus Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen, für das WLAN ebenfalls mindestens 20 Zeichen. Es rät zu einem eigenen Passwort für jeden Dienst, zu einem Passwort-Manager, der auch den zweiten Faktor unterstützt, und dazu, Passwörter sofort zu wechseln, wenn du vermutest, dass Dritte sie kennen. Die Zahlen der drei Behörden unterscheiden sich also – 12, 15 oder 25 Zeichen –, die Richtung ist dieselbe. Unsere Empfehlung in dieser Anleitung orientiert sich am strengsten Wert für Passwörter zum Merken (Passphrase, gut über 20 Zeichen) und an 20 Zeichen für Zufallspasswörter aus dem Manager.
Wie Passwörter heute wirklich geknackt werden
Das Bild vom Hacker, der ein Passwort Zeichen für Zeichen errät, führt in die Irre. Laut dem Verizon Data Breach Investigations Report 2026, der über 22'000 bestätigte Datenlecks auswertet, waren gestohlene Zugangsdaten an 36 % der Lecks beteiligt; der Missbrauch von Zugangsdaten war in 13 % der Fälle der erste Zugang, und der Faktor Mensch spielte bei 62 % eine Rolle. Die Passwörter stammen dabei aus drei Quellen: aus Datenlecks bei Diensten, die Passwörter schlecht geschützt gespeichert haben; aus Infostealern, also Schadsoftware, die gespeicherte Passwörter direkt vom Gerät abgreift; und aus Phishing, bei dem du das Passwort selbst auf einer gefälschten Seite eingibst.
Die Dimension zeigt Have I Been Pwned: Die Sammlung «June 2026 Stealer Logs», am 15.06.2026 aufgenommen, enthält laut der Seite 56,3 Millionen E-Mail-Adressen und 124 Millionen Passwörter aus Infostealer-Protokollen verschiedener Quellen. Mit solchen Listen betreiben Angreifer Credential Stuffing: Sie probieren E-Mail-Adresse und Passwort automatisiert bei hunderten anderen Diensten durch. Das funktioniert nur, weil Passwörter mehrfach verwendet werden – deshalb ist «für jedes Konto ein eigenes» wichtiger als jedes Sonderzeichen. In der Schweiz zeigt die Studie «KMU Cybersicherheit 2026»: Bei den schwer getroffenen Betrieben war Passwort-Hacking mit 32 % die zweithäufigste Angriffsart nach Phishing mit 39 %, und nur 55 % der KMU hatten die Mehrfaktor-Authentifizierung vollständig eingeführt (→ Über 35'000 Schweizer KMU von schweren Cyberangriffen getroffen – nur jedes vierte testet seine Backups).
Gegen Phishing hilft ein starkes Passwort gar nicht – du gibst es ja freiwillig ein. Hier hilft ein Passwort-Manager auf andere Weise: Er füllt Zugangsdaten nur auf der Domain aus, für die sie gespeichert sind. Bleibt das Feld auf einer vermeintlichen Hotel- oder Bank-Seite leer, ist das ein Warnsignal, wie der aktuelle Fall gefälschter Hotelbuchungen zeigt (→ Hotel-Phishing mit 7,5 Prozent «Cashback» zielt auf TWINT-Konten – das BACS warnt). Und auch der zweite Faktor ist kein Allheilmittel: Dort fragten die Betrüger den Bestätigungscode unter einem Vorwand gleich mit ab und hebelten so die Zwei-Faktor-Authentifizierung aus. Wirklich phishing-resistent sind nur Passkeys und Hardware-Schlüssel – dazu unten mehr.
Wie lange ein Passwort standhält
Die bekannteste Tabelle dazu veröffentlicht die US-Sicherheitsfirma Hive Systems jedes Jahr, zuletzt am 14.07.2026. Sie rechnet aus, wie lange ein Angreifer braucht, um ein zufällig erzeugtes Passwort aus einem gestohlenen Passwort-Hash per Brute Force zu knacken. Die Annahmen für 2026: Der Dienst hat die Passwörter mit bcrypt (Kostenfaktor 10) gespeichert, der Angreifer mietet 16 Grafikkarten vom Typ RTX 5090, es gibt keine Sperre, keine Begrenzung der Versuche und keinen zweiten Faktor. Unter diesen Annahmen hält ein 8-stelliges Passwort aus Buchstaben, Ziffern und Symbolen laut Hive Systems 132 Jahre – 2024 waren es noch 225 Jahre, 2025 noch 164. Ein 8-stelliges Passwort nur aus Kleinbuchstaben fällt dagegen in etwa zwei Wochen, für rund 3'400 Dollar Mietkosten.
Die Tabelle selbst liegt als Bild vor; weitere Werte für längere Passwörter konnten wir deshalb nicht übernehmen. Wichtiger als die einzelnen Zahlen sind ohnehin die Einschränkungen, die Hive Systems selbst nennt: Die Zeiten gelten nur für wirklich zufällige Passwörter, die noch in keinem Datenleck aufgetaucht sind. Ein Passwort, das in einer Wortliste steht oder schon einmal geleakt wurde, knackte eine einzelne RTX 5090 im Beispiel von Hive Systems in rund drei Sekunden. Und hat ein Dienst seine Passwörter ohne bcrypt oder mit einem schwächeren Verfahren gespeichert, schrumpfen alle Zeiten drastisch.
Für dich heisst das: Die Länge entscheidet, ob ein Angreifer mit gestohlenen Hashes überhaupt eine Chance hat; jede Stelle mehr vervielfacht den Aufwand. Deshalb empfehlen wir 20 Zeichen für Zufallspasswörter aus dem Manager, obwohl NIST 15 verlangt – die fünf Zeichen mehr kosten dich nichts, weil du sie nie eintippst. Ob dein Passwort hingegen in einer Liste steht, entscheidet sich nicht an seiner Länge, sondern daran, ob du es irgendwo wiederverwendet hast.
Passwort-Manager: ja oder nein
BSI, BACS, NCSC und NIST empfehlen oder verlangen ihn – das BSI mit dem schlichten Argument, dass du dir dann nur noch ein gutes Hauptpasswort merken musst, NIST mit der Vorgabe, dass Dienste Passwort-Manager und automatisches Ausfüllen zulassen müssen. Der Nutzen ist klar: Nur mit einem Manager ist «für jedes Konto ein eigenes, langes Zufallspasswort» im Alltag durchzuhalten. Dazu kommt der Phishing-Schutz durch das Ausfüllen nur auf der richtigen Domain und die eingebaute Prüfung auf geleakte und wiederverwendete Passwörter.
Die Risiken sind ebenso klar. Erstens das Hauptpasswort: Es schützt alles, deshalb muss es eine lange Passphrase sein, nirgends sonst verwendet, mit zweitem Faktor – siehe den Reiter «Das eine Passwort, das du dir merken musst». Zweitens Schwachstellen in den Programmen selbst: Im August 2025 zeigte der Sicherheitsforscher Marek Tóth an der DEF CON 33, wie sich Browser-Erweiterungen mehrerer Passwort-Manager per Clickjacking zum Ausfüllen auf fremden Seiten bringen liessen; wer wie reagiert hat, steht im Vergleich (→ Beste Passwort-Manager 2026: 1Password, NordPass, Bitwarden und Proton Pass im Vergleich). Drittens ein Ausfall oder Verlust des Zugangs – dagegen helfen Notfallzugriff und ein gelegentlicher Export an einen sicheren Ort.
Browser- oder Geräte-Manager (Apple Passwörter, Google Passwortmanager) gegen eigenen Manager (Bitwarden, 1Password, NordPass, Proton Pass): Die eingebauten sind gratis, immer dabei und für viele völlig ausreichend, solange du in einer Welt bleibst – nur Apple-Geräte oder nur Chrome und Android. Wer iPhone und Windows-PC mischt, Passwörter in der Familie teilt oder Passkeys und Zwei-Faktor-Codes an einem Ort will, fährt mit einem eigenen Manager besser. Die Preise (Stand 16.10.2026, US-Dollar, Jahresabrechnung): Bitwarden ist gratis ohne Geräte- und Passwortlimit, Premium kostet 1,65 $ pro Monat (19,80 $ im Jahr), Families 3,99 $ pro Monat; 1Password Individual 3,99 $ pro Monat (47,88 $ im Jahr), Families 5,99 $; NordPass ist gratis mit einer aktiven Sitzung, Premium laut TechRadar 1,24 $ pro Monat im 2-Jahres-Paket; Proton Pass ist gratis, Plus kostet 2,99 $ pro Monat. Details, Stärken und Schwächen stehen im Vergleich (→ Beste Passwort-Manager 2026: 1Password, NordPass, Bitwarden und Proton Pass im Vergleich).
Passkeys: der nächste Schritt
Ein Passkey ersetzt das Passwort durch ein Schlüsselpaar: Der private Schlüssel bleibt auf deinem Gerät oder im Schlüsselbund, der Dienst kennt nur den öffentlichen. Beim Anmelden bestätigst du mit Face ID, Fingerabdruck oder Gerätecode – es gibt nichts, was du auf einer gefälschten Seite eingeben könntest, und nichts, was bei einem Leck des Dienstes gestohlen werden kann. Das BSI nennt Passkeys in seiner Pressemitteilung vom 31.01.2025 als passwortfreie Alternative: Weil kein Passwort mehr eingegeben wird, können Kriminelle auch keines abgreifen.
Wie weit das verbreitet ist, zeigen die Zahlen der FIDO Alliance, die den Standard verantwortet: Am 07.05.2026 meldete sie über 5 Milliarden Passkeys und 75 % Befragte mit mindestens einem aktivierten Passkey; am 15.10.2026 waren es laut FIDO rund 7 Milliarden Passkeys, und bei den 15 grossen Verbraucherdiensten des «Passkey Index» läuft mehr als ein Drittel der erfolgreichen Anmeldungen per Passkey – laut FIDO fast dreimal schneller als mit Passwort und klassischer Zwei-Faktor-Anmeldung. Alle teilnehmenden Dienste, die Phishing messen, meldeten laut FIDO weniger erfolgreiche Angriffe nach der Einführung.
Das BACS hat die Verfahren in seiner Technologiebetrachtung «Sicherheitsklassen für Authentifikationsverfahren» eingeordnet (Dokument datiert September 2026, veröffentlicht am 19.10.2026). Es unterscheidet die Klassen «tief», «mittel» und «hoch»; ein Stern markiert Verfahren, die gegen Echtzeit-Phishing und Man-in-the-Middle-Angriffe schützen. Benutzername und Passwort allein liegen in «tief» – solche Verfahren sollten laut BACS grundsätzlich nicht mehr eingesetzt werden, auch bei verschlüsselter Übertragung. Passwort plus SMS-Code oder plus Authenticator-App liegt in «mittel» ohne Stern, wobei das BACS die Sicherheit SMS-basierter Verfahren grundsätzlich in Frage stellt. Synchronisierte Passkeys, wie Apple und Google sie über den Schlüsselbund verteilen, erreichen «mittel*», also phishing-resistent; FIDO2-Hardware-Schlüssel ohne Synchronisation erreichen «hoch*». Praktisch heisst das: Bietet ein Dienst Passkeys an, richte sie ein – und behalte das Passwort nur noch als Ersatzweg, so lang und einzigartig wie hier beschrieben. Wie du beim wichtigsten Konto Passkey, Aufforderung, Authenticator-App und Backup-Codes einrichtest, zeigt Schritt für Schritt unsere Anleitung (→ Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Google einrichten – Aufforderung, App, Schlüssel oder Passkey).
Fünf Dinge, die du lassen kannst
Sonderzeichen-Zwang: NIST untersagt Diensten seit der vierten Fassung, Zeichenklassen vorzuschreiben, und das NCSC nennt den alten Rat zu zufälligen Zeichen, Symbolen und Zahlen schlicht nicht hilfreich. Ein «!» am Ende oder eine «0» statt «o» verwirrt dich, nicht das Knackprogramm. Regelmässiger Wechsel: Das BSI hält ihn für überholt, NIST verbietet Diensten, ihn zu verlangen. Gewechselt wird bei Verdacht – Leckmeldung, fremde Anmeldung, Phishing-Mail mit korrekten persönlichen Daten.
Passwort-Stärke-Anzeigen: Der Balken, der von Rot auf Grün springt, misst meist nur Zeichenklassen und Länge – nicht, ob dein Passwort in einer Leck-Liste steht. «Sommer2026!» wird grün und ist trotzdem in Sekunden erraten. Verlass dich auf Länge, Zufall und die Prüfung gegen Datenlecks, die Apple, Google und die Passwort-Manager eingebaut haben. «Passwörter im Browser speichern ist unsicher»: Das stimmte, als Browser Passwörter unverschlüsselt ablegten. Heute speichern Apple und Google sie verschlüsselt im Schlüsselbund bzw. im Google-Konto, prüfen sie gegen Lecks und füllen sie nur auf der richtigen Domain aus – das ist sicherer als ein mehrfach verwendetes Passwort im Kopf. Wichtig bleibt, dass das Gerät selbst mit Code gesperrt und frei von Schadsoftware ist, denn Infostealer greifen genau diese Speicher an.
Sicherheitsfragen: «Name deines ersten Haustiers» steht oft in sozialen Netzwerken, und NIST untersagt Diensten in Abschnitt 3.1.1.2 ausdrücklich, Sicherheitsfragen oder Passwort-Hinweise anzubieten. Musst du trotzdem eine ausfüllen, trage eine erfundene Antwort ein – ein zweites Zufallspasswort – und speichere sie im Passwort-Manager zu diesem Konto.
Gut zu wissen
- Länge vor Komplexität: NIST verlangt mindestens 15 Zeichen ohne zweiten Faktor, das BSI 25 Zeichen für Passwörter mit wenigen Zeichenarten. Eine Passphrase aus fünf Wörtern erfüllt beides.
- Aufschreiben ist erlaubt. NCSC und BSI sagen es ausdrücklich – nur nicht am Bildschirm, sondern unter Verschluss. Das gilt besonders für das Hauptpasswort und die Wiederherstellungscodes.
- Umlaute, das deutsche scharfe S und «€» im Passwort vermeiden, rät das BSI: Auf fremden Tastaturen und bei manchen Diensten fehlen sie oder werden anders kodiert.
- Das E-Mail-Konto ist dein wichtigstes Konto: Über «Passwort vergessen» lassen sich darüber fast alle anderen zurücksetzen. Längste Passphrase, zweiter Faktor, aktuelle Wiederherstellungsdaten.
- Der Passwort-Manager füllt nur auf der echten Domain aus. Bleibt das Feld auf einer Anmeldeseite leer, prüfe die Adresse, statt das Passwort von Hand einzutippen.
- Ein geleaktes Passwort hilft auch mit 30 Zeichen nicht mehr. Nach einer Leck-Warnung von Apple, Google oder Have I Been Pwned das Passwort überall ersetzen, wo es galt.
- Erst das Gerät bereinigen, dann Passwörter ändern, wenn du Schadsoftware vermutest – sonst liest der Infostealer die neuen Passwörter gleich mit (BSI).
FAQ
Wie lang muss ein Passwort 2026 sein?
NIST verlangt in SP 800-63B-4 (Juli 2025) mindestens 15 Zeichen, wenn das Passwort allein zum Anmelden dient, und mindestens 8 Zeichen zusammen mit einem zweiten Faktor. Das BSI nennt 8 Zeichen mit vier Zeichenarten oder 25 Zeichen mit zwei Zeichenarten, das BACS mindestens 12 Zeichen für Online-Dienste. Unsere Empfehlung: Zufallspasswörter aus dem Manager mit 20 Zeichen, Passwörter zum Merken als Passphrase aus mindestens vier, besser fünf Wörtern.
Ist eine Passphrase sicherer als ein Zufallspasswort?
Bei gleicher Länge ist ein Zufallspasswort aus allen Zeichen stärker. Die Passphrase gewinnt, weil sie bei gleicher Merkbarkeit viel länger ist: Fünf zufällige Wörter haben meist 25 bis 35 Zeichen, ein merkbares Zufallspasswort kaum mehr als 10. Deshalb: Passphrase für alles, was du dir merken oder eintippen musst, Zufallspasswort mit 20 Zeichen für alles, was der Passwort-Manager ausfüllt. Entscheidend ist bei der Passphrase, dass die Wörter wirklich zufällig sind – kein Zitat, kein Satz.
Soll ich Passwörter regelmässig ändern?
Nein. Das BSI hat diesen Rat am 31.01.2025 offiziell für überholt erklärt, weil erzwungene Wechsel zu schwächeren Passwörtern führen, und NIST untersagt Diensten in SP 800-63B-4, einen periodischen Wechsel zu verlangen. Geändert wird sofort, wenn es einen Anlass gibt: eine Leck-Warnung, eine fremde Anmeldung, gesendete E-Mails, die du nicht geschrieben hast, oder eine Phishing-Mail mit korrekten persönlichen Daten.
Darf ich Passwörter aufschreiben?
Ja. Das britische NCSC schreibt wörtlich, dass es in Ordnung ist, das Passwort aufzuschreiben, wenn du es an einem sicheren Ort aufbewahrst, und das BSI erlaubt es, solange die Notiz gut unter Verschluss ist – nicht als Zettel am Bildschirm. 1Password empfiehlt für das Konto-Passwort das ausgedruckte «Emergency Kit». Für die vielen Alltagspasswörter ist der Passwort-Manager der bessere Ort; aufschreiben lohnt sich für das Hauptpasswort und die Wiederherstellungscodes.
Ist der Passwort-Manager im Browser sicher?
Für die meisten Privatnutzer ja. Apple speichert Passwörter im verschlüsselten iCloud-Schlüsselbund, Google im Google-Konto; beide prüfen sie gegen bekannte Lecks, erzeugen starke Vorschläge und füllen nur auf der richtigen Domain aus. Voraussetzung ist, dass das Gerät mit Code gesperrt ist, das Konto einen zweiten Faktor hat und keine Schadsoftware läuft. Ein eigener Manager lohnt sich, wenn du Apple- und Windows- oder Android-Geräte mischst, Passwörter teilen willst oder mehr Kontrolle brauchst – siehe (→ Beste Passwort-Manager 2026: 1Password, NordPass, Bitwarden und Proton Pass im Vergleich).
Was ist ein Passkey und ersetzt er das Passwort?
Ein Passkey ist ein Schlüsselpaar: Der private Teil bleibt auf deinem Gerät oder im Schlüsselbund, der Dienst kennt nur den öffentlichen. Du meldest dich mit Face ID, Fingerabdruck oder Gerätecode an; es gibt kein Passwort, das du eingeben oder das gestohlen werden könnte. Das BACS stuft synchronisierte Passkeys als phishing-resistent ein (Klasse «mittel*»), Passwort allein als «tief». Laut FIDO Alliance gab es am 15.10.2026 rund 7 Milliarden Passkeys. Ersetzt wird das Passwort aber erst, wenn der Dienst es zulässt; bis dahin bleibt es als Ersatzweg und muss genauso stark sein.
Woher weiss ich, ob mein Passwort geleakt ist?
Drei Wege: Have I Been Pwned zeigt zu deiner E-Mail-Adresse, in welchen bekannten Datenlecks sie steht. Die Passwörter-App auf dem iPhone warnt unter «Sicherheit» (englisch «Security») vor Passwörtern aus Datenlecks, der «Passwortcheck» im Google Passwortmanager tut dasselbe für Chrome und Android. Eigene Passwort-Manager haben ähnliche Berichte. Das BSI weist darauf hin, dass Leck-Portale meist nur die E-Mail-Adresse abgleichen – ersetze darum alle alten Passwörter, die mit dieser Adresse verknüpft sind.
Was tun, wenn ein Dienst nur 12 Zeichen erlaubt?
Dann nutzt du die 12 Zeichen voll aus und nimmst ein Zufallspasswort aus dem Generator mit allen Zeichenarten – bei begrenzter Länge zählt jede zusätzliche Zeichenklasse. Schalte für dieses Konto unbedingt den zweiten Faktor ein, denn NIST hält 8 bis 14 Zeichen nur zusammen mit einem zweiten Faktor für ausreichend. Verwende das Passwort nirgends sonst, und hinterlege beim Dienst keine Zahlungsdaten, die du nicht brauchst. Erlaubt der Dienst Passkeys, nimm die.
Soll ich das Passwort, das mein iPhone vorschlägt, einfach übernehmen?
Ja. Das vorgeschlagene Passwort hat laut Apple Platform Security standardmässig 20 Zeichen und ist zufällig erzeugt; es wird im Schlüsselbund gespeichert und auf allen deinen Geräten automatisch ausgefüllt. Du musst es dir nie merken. Nur wenn du das Passwort regelmässig auf einem fremden Gerät oder am Fernseher eintippen musst, ist eine Passphrase praktischer – dann ersetzt du den Vorschlag durch fünf zufällige Wörter.
Unser Vergleich der Passwort-Manager 2026 stellt Bitwarden, 1Password, NordPass und Proton Pass mit Preisen, Gratis-Plänen, Sicherheitsvorfällen und Prüfdaten gegenüber – ohne eigenen Praxistest, aber mit allen Zahlen und Quellen. Dort steht auch, welcher Manager zu welcher Geräte-Mischung passt.
Zum Vergleich: Passwort-Manager 2026Quellen
- NIST SP 800-63B-4 Digital Identity Guidelines: Authentication and Authenticator Management (Juli 2025, Abschnitt 3.1.1.2 Password Verifiers: 15 bzw. 8 Zeichen, mindestens 64 erlaubt, keine Zeichenklassen, kein periodischer Wechsel, Sperrliste, Passwort-Manager zulassen, keine Sicherheitsfragen) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- NIST SP 800-63B-4 als PDF (Veröffentlichung Juli 2025, löst SP 800-63B von 2017 ab) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- BSI: Sichere Passwörter erstellen (Faustregel 8 Zeichen mit vier Zeichenarten oder 25 Zeichen, 20 Zeichen fürs WLAN, fünf bis sechs zufällige Wörter, Umlaute vermeiden, ein Passwort pro Zugang) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- BSI: Umgang mit Passwörtern (Aufschreiben unter Verschluss, Passwort-Manager, Wechsel nur bei Hinweis, E-Mail-Konto als wichtigstes Konto, erst Gerät bereinigen) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- BSI-Pressemitteilung vom 31.01.2025: Passwortwechseln war gestern (regelmässiger Wechsel überholt, 2FA, Passkeys, Passwort-Manager) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- BACS: Geräteschutz, Passwörter und Zugriffsschutz (mindestens 12 Zeichen für Online-Dienste, 20 fürs WLAN, eigenes Passwort pro Dienst, 2FA, Wechsel bei Verdacht) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- BACS-Technologiebetrachtung: Sicherheitsklassen für Authentifikationsverfahren, -mittel und -dienste (September 2026, veröffentlicht am 19.10.2026; Passwort allein «tief», Passwort plus SMS oder App «mittel», synchronisierte Passkeys «mittel*», FIDO2-Hardware «hoch*») – abgerufen am 27. Oktober 2026
- NCSC (UK): Three random words (Passphrase aus drei zufälligen Wörtern, Aufschreiben erlaubt, Zeichenersetzungen bringen wenig) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- Hive Systems: Are Your Passwords in the Green? Password Table 2026 (14.07.2026; bcrypt Kostenfaktor 10, 16 RTX 5090; 8 Zeichen gemischt 132 Jahre, Kleinbuchstaben rund zwei Wochen; Einschränkungen) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- Have I Been Pwned: June 2026 Stealer Logs (aufgenommen 15.06.2026, 56,3 Mio. E-Mail-Adressen, 124 Mio. Passwörter) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- FIDO Alliance: 7 Billion Passkeys and Counting (15.10.2026; rund 7 Mrd. Passkeys, über ein Drittel der Anmeldungen bei 15 Diensten, fast dreimal schneller) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- Apple Support: Use the Passwords app to create, manage, and share passwords and passkeys across Apple devices (ab iOS 18; Bereiche «All» und «Security», geteilte Gruppen, AutoFill) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- Apple Platform Security: Automatic strong passwords (20 Zeichen, 16 Kleinbuchstaben, eine Ziffer, ein Grossbuchstabe, zwei Bindestriche; Passwortregeln der Website) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- Google Chrome-Hilfe (deutsch): Passwörter in Chrome verwalten, Android («Starkes Passwort vorschlagen», «Google Passwortmanager», «Passwortcheck», «Passwörter exportieren») – abgerufen am 27. Oktober 2026
- Bitwarden-Hilfe: Generator (Password/Passphrase, Length, Minimum numbers/special, Avoid ambiguous characters, Fill generated password, Verlauf) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- 1Password-Support: How to choose a good 1Password account password (einzigartig, vom Generator, keine Zeichenvorgaben, ins Emergency Kit schreiben) – abgerufen am 27. Oktober 2026
- NordPass-Support: Using Password Generator in NordPass (Mobil-App: «Tools» > «Password Generator», «Generate», «Copy», «Save», «Customise Strong Password» auf iOS) – abgerufen am 27. Oktober 2026
Ali Cetinkaya ist Wirtschaftsinformatiker mit über 15 Jahren Erfahrung in IT und Online-Marketing. Für DealsScout wertet er Tarife, Tools und Deals aus – ehrlich, transparent und ohne Fachchinesisch.