Passkeys einrichten – ohne Passwort anmelden auf iPhone, Android und Windows

Ali Cetinkaya Zuletzt aktualisiert:

Diese Anleitung ist für alle, die sich bei Google, Apple, Microsoft und immer mehr anderen Diensten ohne Passwort anmelden wollen – und dabei nicht aus dem Konto fliegen möchten, wenn das Smartphone verloren geht. Wir zeigen, wie du einen Passkey im Google-Konto, auf iPhone und Mac, auf Android und in Chrome sowie unter Windows und im Microsoft-Konto anlegst, wie du ihn in einem Passwort-Manager wie Bitwarden, 1Password, NordPass oder Proton Pass speicherst, und was du vorher für den Verlustfall vorbereitest. Vorweg ehrlich: Das ist kein eigener Praxistest, sondern eine Auswertung. Grundlage sind die Hilfeseiten von Apple, Google und Microsoft, die Hilfeseiten der vier Passwort-Manager, die Technologiebetrachtung «Passkeys» des Schweizer Bundesamts für Cybersicherheit BACS und die Mitteilung der FIDO Alliance vom 15.10.2026, alle geprüft am 03.11.2026. Menünamen übernehmen wir so, wie sie auf den Hilfeseiten stehen. Eine Eigenheit: Microsofts deutsche Hilfe ist teilweise maschinell übersetzt und schreibt «Hauptschlüssel», wo im Dialog «Passkey» steht; Apple und Google schreiben «Passkey». Wir bleiben bei «Passkey».

Geprüft mit: Geprüft am 03.11.2026 mit der Google-Hilfeseite «Für die Anmeldung Passkeys statt Passwörter verwenden», der Android-Hilfeseite «Mit Passkeys in Apps und auf Websites anmelden», der Chrome-Hilfeseite «Passkeys in Chrome verwalten» (Computer), dem Google-Blog vom 10.10.2023, dem Apple-Benutzerhandbuch «Passkeys zum Anmelden bei Websites und Apps auf dem iPhone verwenden» (Schweiz), den Apple-Support-Seiten «Gespeicherte Passwörter und Passkeys auf dem iPhone finden» (28.10.2026), «iCloud-Schlüsselbund einrichten» (05.10.2026) und «Informationen zur Sicherheit von Passkeys», den Microsoft-Hilfeseiten «Erstellen und Speichern eines Hauptschlüssels», «Manage your saved passkeys» und «What are passkeys and why they matter», der BACS-Technologiebetrachtung «Passkeys» (September 2025) und «Sicherheitsklassen für Authentifikationsverfahren» (September 2026), der FIDO-Mitteilung vom 15.10.2026, dem WhatsApp-Blog vom 25.08.2026 sowie den Passkey-Hilfeseiten von Bitwarden, 1Password, NordPass und Proton Pass. Nicht bestätigt: die deutschen Namen der Windows-Einstellungen für Passkeys – Microsofts Seite dazu gibt es auch unter der deutschen Adresse nur auf Englisch («Accounts» > «Passkeys», «Advanced options», «Save passkeys to this Windows device»); wir vermuten «Konten» > «Passkeys». Die Menüwege in WhatsApp stammen nur aus dem englischen WhatsApp-Blog («Settings» > «Account» > «Passkeys»). Die Menüs der Passwort-Manager nennen wir auf Englisch, weil wir nur englische Hilfeseiten gefunden haben.

So geht es

Wähle dein Gerät oder Programm:

Google-Konto: Passkey erstellen

Geprüft mit der deutschen Google-Hilfeseite «Für die Anmeldung Passkeys statt Passwörter verwenden» und dem Google-Blog vom 10.10.2023, Stand 03.11.2026. Wer zusätzlich einen zweiten Faktor für den Ersatzweg einrichten will, findet den Weg in unserer Anleitung zur Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Google (verlinkt weiter unten im Abschnitt «Warum ein Passkey besser ist als ein Passwort»).

  1. Voraussetzungen prüfen

    Google braucht laut Hilfe ein Smartphone mit Android 9 oder iOS 16 oder neuer, einen Computer mit Windows 10, macOS Ventura oder ChromeOS 109 oder neuer, oder einen Hardware-Sicherheitsschlüssel mit FIDO2. Auf dem Smartphone muss die Displaysperre aktiv sein, auf iPhone, iPad und Mac zusätzlich der iCloud-Schlüsselbund – Google fordert dich beim Einrichten dazu auf, falls er fehlt. Soll das Smartphone dich am Computer anmelden, schalte Bluetooth ein. Betriebssystem und Browser müssen aktuell sein, und im Inkognitomodus lassen sich Passkeys laut Google bei manchen Systemen nicht erstellen oder verwenden.

  2. «Passkey erstellen» im Google-Konto

    Rufe myaccount.google.com/signinoptions/passkeys auf, bestätige gegebenenfalls deine Identität und tippe auf «Passkey erstellen». Du musst dein Gerät entsperren – mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN. Willst du Passkeys auf mehreren Geräten, wiederholst du das auf jedem Gerät; nach dem ersten Passkey schlägt Google dir das beim nächsten Anmelden auf einem passenden Gerät oft selbst vor. Googles Warnung dazu gilt wörtlich: Erstelle Passkeys nur auf Geräten, die du selbst besitzt und verwendest, denn danach kann jede Person, die dein Gerät entsperren kann, auf dein Google-Konto zugreifen – auch wenn du dich vom Konto abgemeldet hast.

  3. Mit dem Passkey anmelden

    Öffne die Google-Anmeldeseite und gib deinen Nutzernamen ein. Beim Tippen ins Feld erscheint laut Hilfe eventuell eine Liste mit Passkeys – wähle deinen und folge der Anleitung deines Betriebssystems, um das Gerät zu entsperren. Eine Besonderheit auf Android: Nach einer Abmeldung kannst du dich auf diesem Android-Gerät bis zu 6 Stunden lang wieder mit dem Passkey anmelden; danach brauchst du eine andere Methode, und beim erneuten Anmelden erzeugt das Gerät automatisch einen neuen Passkey, der alte läuft ab. Auf allen anderen Geräten kannst du dich nach dem Abmelden jederzeit wieder per Passkey anmelden.

  4. Passwort überspringen – oder doch zuerst eingeben

    Mit dem ersten Passkey schaltet Google die Einstellung «Wenn möglich, Passwort überspringen» ein; laut Google-Blog ist das seit dem 10.10.2023 die Standardeinstellung für private Google-Konten. Nutzt du die 2-Faktor-Authentifizierung, entfällt mit dem Passkey auch der zweite Schritt, weil der Passkey bereits den Besitz des Geräts bestätigt. Wer lieber immer zuerst das Passwort eingibt, meldet sich im Google-Konto an, tippt auf «Sicherheit und Anmeldung» und deaktiviert unter «So melden Sie sich in Google an» die Option «Wenn möglich, Passwort überspringen» – ein Passkey dient dann als zweiter Schritt. Bei Workspace-Konten von Arbeitgeber oder Schule entscheidet laut Google die Administration, ob die Anmeldung nur mit Passkey erlaubt ist; sonst bleibt er zweiter Faktor oder Wiederherstellungsoption.

  5. Fristen, Sicherheitsschlüssel und Anmeldung am Computer

    Ein neu erstellter Passkey ist laut Google bis zu 7 Tage lang eventuell nicht für die Anmeldung verfügbar; ein bereits vertrauenswürdiger Passkey oder Sicherheitsschlüssel kann das beschleunigen. Erkennt Google einen verdächtigen Passkey, wird er deaktiviert, und du hast ab der Benachrichtigung 30 Tage, um zu bestätigen, dass du ihn selbst hinzugefügt hast – sonst wird er gelöscht. Einen Passkey auf einem FIDO2-Hardware-Schlüssel legst du mit «Passkey erstellen» und «Anderes Gerät verwenden» an. Und um dich am Computer mit dem Passkey deines Smartphones anzumelden, klickst du auf der Anmeldeseite auf «Andere Option wählen» und «Passkey verwenden», scannst den QR-Code mit dem Smartphone (Bluetooth an) und bestätigst dort mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN.

Was ist ein Passkey – und warum funktioniert er nur beim echten Dienst?

Ein Passkey beruht auf dem FIDO2-Standard der FIDO-Allianz, einem Zusammenschluss von Industriepartnern. Dessen Kern bilden laut BACS zwei Protokolle: CTAP2 zwischen Gerät und «Authenticator» und WebAuthn des W3C zwischen Browser und Server. Beim Einrichten erzeugt dein Gerät ein zufälliges Schlüsselpaar für genau diesen Dienst: Der private Schlüssel bleibt auf dem Gerät oder im Authenticator, der öffentliche geht an den Dienst. Apple beschreibt dasselbe: Der Server erfährt nie, wie der private Schlüssel lautet, und der öffentliche ist nicht geheim – es gibt kein «Shared Secret» mehr, das jemand stehlen könnte.

Die Anmeldung läuft als Challenge-Response: Der Dienst schickt eine Aufgabe, dein Gerät signiert sie nach dem Entsperren mit dem privaten Schlüssel, und der Dienst prüft die Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel. Weil die Adresse des Dienstes in die Aufgabe eingebunden ist und der Authenticator sie vor dem Signieren prüft, taugt die Antwort nur für den echten Zielserver. Das BACS schreibt, WebAuthn schütze damit wirksam vor vielen Phishing- und «Mallory-in-the-Middle»-Angriffen; Microsoft formuliert es handfest: Ein Passkey für netflix.com funktioniert nur bei netflix.com, auf einer täuschend ähnlichen Seite legt dein Gerät ihn gar nicht erst vor.

Das Wort meint laut BACS heute zweierlei: die Technik der synchronisierbaren FIDO-Schlüssel und den einzelnen privaten Schlüssel, der das Passwort ersetzt. Fingerabdruck und Gesicht sind dabei nur der Türöffner zum Schlüssel auf dem Gerät – die biometrischen Daten bleiben laut Google und Chrome-Hilfe auf dem Gerät und werden nicht an Google weitergegeben. Eine ausführliche Erklärt-Seite «Was ist ein Passkey?» erscheint am 04.11.2026.

Warum ein Passkey besser ist als ein Passwort

Das BACS hält in seiner Technologiebetrachtung «Passkeys» vom September 2025 fest, dass sich über die Sicherheit von Passkeys keine allgemeingültigen Aussagen machen lassen, weil der Teufel in der jeweiligen Implementierung steckt – «Aus mindestens drei Gründen sind aber Passkeys immer besser als Passwörter»: Erstens sind sie pro Zielserver unterschiedlich und müssen einzeln kompromittiert werden, während Passwörter oft für viele Dienste wiederverwendet werden. Zweitens sind sie pseudozufällig erzeugt und lassen sich nicht erraten. Drittens werden sie nicht über die Leitung übertragen, können also weder mitgelesen noch für «Replay»-Angriffe missbraucht werden. Das BACS begrüsst und unterstützt die Entwicklung ausdrücklich und rechnet damit, dass sich FIDO2 in Form verschiedener Passkey-Implementierungen durchsetzt – Google, Apple und Microsoft ersetzten Passwörter, wo immer möglich.

Wie weit das schon ist, zeigt die FIDO Alliance in ihrer Mitteilung vom 15.10.2026: rund 7 Milliarden Passkeys weltweit, und bei den 15 Verbraucherdiensten ihres «Passkey Index» – darunter Amazon, Google, Microsoft, PayPal, Shopify, TikTok und WhatsApp – laufe «more than a third of successful sign-ins» über einen Passkey, fast dreimal schneller als mit Passwort und klassischem zweiten Faktor. Jeder Teilnehmer, der Phishing misst, meldet laut FIDO seither weniger erfolgreiche Angriffe. Google ergänzt auf seiner Hilfeseite den Alltagsnutzen: Passkeys können nicht geteilt, kopiert, aufgeschrieben oder versehentlich weitergegeben werden.

Für dich heisst das: Der Passkey nimmt dir die zwei grössten Passwort-Risiken ab – Wiederverwendung und Phishing. Was er nicht abnimmt, ist die Pflege des Rückfalls: Solange ein Dienst dein Passwort behält, muss es stark und einzigartig sein (→ Sicheres Passwort erstellen – und was 2026 wirklich sicher ist), und für Dienste ohne Passkey bleibt der zweite Faktor die beste Absicherung (→ Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Google einrichten – Aufforderung, App, Schlüssel oder Passkey).

Synchronisiert oder gerätegebunden: welcher Passkey wie sicher ist

Ursprünglich sollte der private Schlüssel laut BACS fest und nicht auslesbar im Authenticator liegen («device-bound authenticators»). Weil das mit mehreren Geräten unpraktisch ist, hat die FIDO-Allianz die Synchronisierung über einen Cloud-Speicher nachgereicht («synced authenticators») – genau das sind die Passkeys in iCloud-Schlüsselbund, Google Passwortmanager, Microsoft Passwort-Manager und in Passwort-Managern. Das BACS sagt klar, dass alle diese Vereinfachungen «zu Lasten der Sicherheit gehen» und der ursprüngliche Hardware-Schutz für eine grosse Marktdurchdringung aufgegeben wurde; wie stark eine Implementierung vom Standard abweicht, müsse man im Einzelfall anschauen. Die FIDO-Allianz kennt dafür drei Zertifizierungsstufen: L1 erlaubt beliebige Hard- und Software, L2 verlangt ein Secure Element oder eine Trusted Execution Environment, L3 eine von der Allianz genehmigte Umgebung – dem BACS ist diese Einteilung für Sicherheitsbetrachtungen zu grob.

In der Technologiebetrachtung «Sicherheitsklassen für Authentifikationsverfahren» vom September 2026 ordnet das BACS die Verfahren ein: Passwort allein steht in «tief», synchronisierte Passkeys in «mittel*», FIDO2-Hardware-Schlüssel ohne Synchronisierung in «hoch*» – der Stern markiert Verfahren, die gegen Phishing in Echtzeit schützen. Beide Passkey-Varianten sind also phishing-resistent; der Unterschied liegt darin, ob der Schlüssel in spezieller Hardware bleibt oder über eine Cloud auf mehrere Geräte kopiert werden kann. Apple hält dagegen, dass der iCloud-Schlüsselbund Ende-zu-Ende mit Schlüsseln verschlüsselt ist, die Apple nicht kennt, und dass Passkeys selbst bei Verlust aller Geräte wiederherstellbar bleiben.

Unsere praktische Empfehlung: Für Privatpersonen sind synchronisierte Passkeys die richtige Wahl – im iCloud-Schlüsselbund, im Google Passwortmanager, im Microsoft Passwort-Manager oder in einem unabhängigen Passwort-Manager, wenn du Geräte verschiedener Hersteller nutzt (→ Beste Passwort-Manager 2026: 1Password, NordPass, Bitwarden und Proton Pass im Vergleich). Der Verlustfall ist damit gelöst, und gegen Phishing bist du geschützt. Für besonders wichtige Konten – E-Mail, Passwort-Manager, Bank – lohnt sich zusätzlich ein Hardware-Schlüssel, am besten zwei, weil er sich nicht wiederherstellen lässt.

Wo Passkeys heute schon funktionieren

Beim Google-Konto ist der Passkey seit dem 10.10.2023 die Standardoption für private Konten, beim Apple Account und bei Websites in Safari läuft er über den iCloud-Schlüsselbund, beim Microsoft-Konto über die «Erweiterten Sicherheitsoptionen». WhatsApp meldete am 25.08.2026, dass mehr als eine Milliarde Menschen ihr Konto mit einem Passkey schützen – nach der Welle gekaperter Konten in der Schweiz ein guter Grund, ihn dort einzuschalten (→ Gefälschte Abstimmungen kapern WhatsApp-Konten: über 50 Meldungen im Oktober – das BACS warnt). Die 15 Dienste im Passkey Index der FIDO Alliance, darunter Amazon, PayPal, Shopify und TikTok, bieten ihn ebenfalls an.

Nicht jede App und Website ist so weit. Apple, Google und Microsoft sagen es gleichlautend: Siehst du beim Anmelden oder in den Kontoeinstellungen keine Option für einen Passkey, unterstützt der Dienst ihn derzeit nicht. Dann bleibt Passwort plus zweiter Faktor – und ein Blick in die Sicherheitseinstellungen in ein paar Monaten.

Neu ist die automatische Passkey-Erstellung: Meldest du dich mit einem gespeicherten Passwort an, kann die Website im Hintergrund einen Passkey anlegen. Apple beschreibt das für Websites und Apps, Chrome speichert ihn im Google Passwortmanager und informiert dich, Edge legt ihn im Microsoft Passwort-Manager ab. Wer das nicht will, schaltet in Chrome unter «Passwörter und Autofill» > «Google Passwortmanager» > «Einstellungen» die Option «Für eine schnellere Anmeldung Passkey automatisch erstellen lassen» aus und in Edge unter «Einstellungen» > «Kennwörter und AutoAusfüllen» > «Microsoft Passwort-Manager» > «Weitere Einstellungen» die Option «Automatisch Upgrade auf Passkeys». Deine bisherigen Anmeldedaten bleiben in beiden Fällen bestehen.

Grenzen und Risiken: was ein Passkey nicht löst

Das Passwort bleibt. Das BACS weist darauf hin, dass viele Einsatzgebiete von Passkeys die Weiternutzung von Passwörtern ermöglichen oder sogar erfordern, etwa als Backup zum Zurücksetzen – schwache Passwörter und schlechte Passwortverwaltung bleiben damit realistische Angriffswege. Wer den Passkey einrichtet und das alte, überall gleiche Passwort behält, hat die Hintertür nur übersehen, nicht geschlossen.

Das Gerät ist der Schlüssel. Google schreibt, nach dem Erstellen eines Passkeys könne jede Person, die dein Gerät entsperren kann, auf dein Google-Konto zugreifen, auch wenn du dich dort abgemeldet hast. Darum: keine Passkeys auf gemeinsam genutzten Geräten, Displaysperre ist Pflicht, und ein Passkey, der versehentlich auf einem fremden Gerät gelandet ist, wird sofort aus dem Konto entfernt. Konten von Arbeitgeber oder Schule können laut Google und Microsoft eingeschränkt sein – Google Workspace lässt die reine Passkey-Anmeldung nur zu, wenn die Administration es erlaubt, Microsoft-Organisationen können Speicherorte sperren. Und im Inkognitomodus funktionieren Passkeys laut Google bei manchen Systemen nicht.

Der Umzug ist noch nicht gelöst. Das BACS nennt das Credential Exchange Format und Protocol, mit dem sich Passkeys einzeln exportieren und importieren liessen, unterstützt aber nur in einigen Implementierungen; unsere Recherche bei den vier Passwort-Managern bestätigt das Bild von Bitwarden mit CXP bis NordPass ganz ohne Export. Und ein Passkey schützt dich nicht vor Schadsoftware auf dem eigenen Gerät und nicht vor Betrug am Telefon, bei dem dich jemand zum Freigeben einer Anmeldung drängt. Halte Betriebssystem und Browser aktuell – Google nennt das als Voraussetzung, damit Passkeys sicher funktionieren (→ Apple stopft 329 Sicherheitslücken auf einen Schlag – und liefert alten iPhones den Fix für eine ausgenutzte Lücke nach) – und lies, wie Betrüger Buchungen und Zahlungen fälschen (→ Hotel-Phishing mit 7,5 Prozent «Cashback» zielt auf TWINT-Konten – das BACS warnt).

Einordnung von DealsScout: in dieser Reihenfolge umstellen

Stell zuerst die drei grossen Konten um, die alle anderen aufschliessen: Google, Apple und Microsoft. Dort ist der Passkey heute Standard, der Weg dauert pro Konto wenige Minuten, und die Konten hängen am E-Mail-Postfach, über das sich alles andere zurücksetzen lässt. Danach kommen die Dienste, die Passkeys anbieten – WhatsApp, Zahlungsdienste, Shops; wo die Option fehlt, bleibt Passwort plus zweiter Faktor (→ Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Google einrichten – Aufforderung, App, Schlüssel oder Passkey).

Wer nur Apple- oder nur Android-Geräte nutzt, ist mit iCloud-Schlüsselbund oder Google Passwortmanager gut bedient. Wer mischt – iPhone und Windows-PC, Android und Mac –, nimmt einen Passwort-Manager, der Passkeys und Passwörter auf allen Plattformen synchronisiert; Bitwarden und Proton Pass tun das laut unserem Vergleich auch gratis. Und bei jedem Konto gilt: immer zwei Wege hinein – zweiter Passkey, Hardware-Schlüssel, Backup-Codes oder ein starkes Passwort mit zweitem Faktor (→ Sicheres Passwort erstellen – und was 2026 wirklich sicher ist). Der Passkey macht die Anmeldung einfacher und sicherer; die Vorsorge für den Verlustfall bleibt deine Aufgabe.

Gut zu wissen

  • Zwei Wege ins Konto: ein zweiter Passkey auf einem anderen Gerät oder Hardware-Schlüssel, dazu Backup-Codes oder Passwort plus zweiter Faktor. Microsoft nennt den zweiten Passkey einen «digital spare key».
  • Nur auf eigenen Geräten: Laut Google kommt jede Person, die dein Gerät entsperren kann, mit dem Passkey ins Konto – auch nach dem Abmelden. Kein Passkey auf dem Familien-Tablet oder dem Hotel-PC.
  • Displaysperre ist Pflicht: Ohne aktive Displaysperre zeigt Google den Passkey beim Anmelden nicht einmal an.
  • Die «PIN für den Google Passwortmanager» notieren: Chrome verlangt sie beim ersten Passkey am Computer, und sie stellt deine Passkeys auf einem neuen Gerät wieder her.
  • Passwort im Manager behalten und stark halten: Viele Dienste nutzen es weiter zum Zurücksetzen – darum bleibt ein schwaches Passwort laut BACS ein Risiko (→ Sicheres Passwort erstellen – und was 2026 wirklich sicher ist).
  • Benachrichtigungen zu Passkeys ernst nehmen: Google deaktiviert verdächtige Passkeys und gibt dir 30 Tage zum Bestätigen; neue Passkeys sind bis zu 7 Tage nicht für die Anmeldung frei. Was du nicht selbst angelegt hast, entfernst du.
  • Phishing-Seiten bekommen keinen Passkey: Fragt eine angebliche Anmeldeseite nach deinem Passwort, obwohl du dort einen Passkey hast, ist das ein Warnsignal – echte Dienste bieten den Passkey an, gefälschte können es nicht.
  • Windows 11 aktuell halten: Die Passkey-Verwaltung in den Einstellungen und das Speichern in Drittanbieter-Managern brauchen laut Microsoft Windows 11 mit aktuellen Updates; in Chrome mindestens Version 22H2.

FAQ

Was ist ein Passkey, ganz kurz?

Ein Schlüsselpaar nach dem FIDO2-Standard: Der private Schlüssel bleibt auf deinem Gerät oder im Schlüsselbund, der öffentliche liegt beim Dienst. Beim Anmelden signiert dein Gerät nach dem Entsperren mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN eine Aufgabe des Dienstes, und der Dienst prüft die Signatur. Weil die Adresse des Dienstes Teil der Aufgabe ist, funktioniert der Passkey laut BACS nur beim echten Zielserver – Phishing-Seiten gehen leer aus. Du tippst kein Passwort mehr, und es gibt nichts, was ein Datenleck beim Dienst preisgeben könnte.

Brauche ich weiterhin ein Passwort?

Bei den meisten Diensten ja, zumindest als Rückfall. Google lässt dich mit «Wenn möglich, Passwort überspringen» ohne Passwort anmelden, behält es aber im Konto; Apple führt Passkey und Passwort für dieselbe Website nebeneinander; Microsoft schreibt, bestehende Anmeldedaten blieben beim automatischen Anlegen eines Passkeys unverändert. Das BACS warnt genau deshalb, dass Passwörter als Backup zum Zurücksetzen weiterleben und schwache Passwörter ein Risiko bleiben. Halte es also stark und einzigartig (→ Sicheres Passwort erstellen – und was 2026 wirklich sicher ist), auch wenn du es kaum noch brauchst.

Was, wenn ich mein Handy verliere?

Entscheidend ist, wo der Passkey lag. Synchronisierte Passkeys – iCloud-Schlüsselbund, Google Passwortmanager mit PIN, Microsoft Passwort-Manager, Passwort-Manager – kommen mit der Anmeldung beim Manager aufs neue Gerät; Apple verspricht die Wiederherstellung sogar bei Verlust aller Geräte. Gerätegebundene Passkeys in Windows Hello oder auf einem Sicherheitsschlüssel sind laut Chrome-Hilfe und Microsoft nicht wiederherstellbar. Melde dich dann mit deiner Ersatzmethode an, entferne den alten Passkey aus dem Konto (Google: «Passkeys und Sicherheitsschlüssel» > «Entfernen»; Microsoft: account.live.com/proofs/manage) und lege einen neuen an. Ohne Ersatzmethode bleibt nur die Kontowiederherstellung – darum den Reiter «Gerät weg» vorher lesen.

Sind Passkeys sicherer als 2FA per App oder SMS?

Ja, laut den BACS-Sicherheitsklassen vom September 2026: Passwort plus SMS-Code oder Authenticator-App steht in «mittel» ohne Stern – sicher gegen gestohlene Passwörter, nicht gegen Phishing in Echtzeit, bei dem du den Code selbst auf einer gefälschten Seite eingibst. Synchronisierte Passkeys erreichen «mittel*», FIDO2-Hardware-Schlüssel ohne Synchronisierung «hoch*»; der Stern steht für Phishing-Resistenz. Microsoft zählt Passkeys zudem als Mehrfaktor-Verfahren, weil du das Gerät besitzen und es mit Biometrie oder PIN entsperren musst. Wie du den zweiten Faktor für Dienste ohne Passkey einrichtest, zeigt unsere Google-Anleitung (→ Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Google einrichten – Aufforderung, App, Schlüssel oder Passkey).

Kann ich einen Passkey auf mehreren Geräten nutzen?

Ja, auf zwei Arten. Synchronisierte Passkeys stehen auf allen Geräten bereit, die beim selben Manager angemeldet sind – laut Apple auf allen Geräten mit demselben Apple Account, laut Google überall, wo du in Chrome oder auf Android mit demselben Google-Konto angemeldet bist, laut Microsoft über den Microsoft Passwort-Manager oder einen Drittanbieter. Oder du nutzt den Passkey eines Geräts auf einem anderen: Der Computer zeigt einen QR-Code, du scannst ihn mit dem Smartphone und bestätigst dort; Microsoft beschreibt dabei eine Nähe-Prüfung, Google verlangt Bluetooth. Alternativ legst du auf jedem Gerät einen eigenen Passkey an, wie es Google für mehrere Geräte vorschlägt.

Kann jemand mit meinem Fingerabdruck oder Gesicht an meine Konten?

Biometrie entsperrt nur den Schlüssel auf deinem Gerät und wird nicht übertragen: Google und die Chrome-Hilfe schreiben, die biometrischen Daten blieben auf dem Gerät und würden zu keinem Zeitpunkt an Google weitergegeben; Apple nutzt Face ID oder Touch ID nur, um die Verwendung des Passkeys zu autorisieren. Wer deine Konten übernehmen will, braucht also dein Gerät plus dessen Entsperrung. Genau darum warnt Google, Passkeys nur auf eigenen Geräten anzulegen – wer das Gerät entsperren kann, kommt ins Konto, egal ob per Fingerabdruck, Gesicht oder PIN.

Warum bietet mir eine Website keinen Passkey an?

Meist, weil der Dienst Passkeys noch nicht unterstützt – Apple, Google und Microsoft sagen übereinstimmend, dass die Option dann fehlt. Andere Gründe aus den Hilfeseiten: Die Displaysperre ist aus (Google zeigt den Passkey dann nicht an), du bist im Inkognitomodus, Betriebssystem oder Browser sind zu alt (Google: Android 9, iOS 16, Windows 10, macOS Ventura, ChromeOS 109), der iCloud-Schlüsselbund ist nicht aktiviert, oder du nutzt ein Firmen- oder Schulkonto mit Einschränkungen. Wer bei Google oft «Andere Option wählen» anklickt, bekommt den Passkey laut Hilfe seltener angeboten – mehrmals mit Passkey anmelden stellt das wieder um. Bei Passwort-Managern hilft auch ein Blick, ob der Manager als Passkey-Anbieter freigeschaltet ist.

Was heisst «Hauptschlüssel» bei Microsoft?

Dasselbe wie Passkey. Microsofts deutsche Hilfeseiten sind teilweise maschinell übersetzt – die Seite heisst «Erstellen und Speichern eines Hauptschlüssels», im Text und in den Dialogen steht aber «Passkey», etwa «Passkey für die Anmeldung erstellen?» oder «Hauptschlüssel verwenden» beim QR-Scan. Zwei der drei Microsoft-Seiten gibt es auch unter der deutschen Adresse nur auf Englisch; deshalb nennen wir die Windows-Einstellungen für Passkeys mit ihren englischen Namen («Accounts» > «Passkeys»). Lass dich vom Wort nicht irritieren: Gemeint ist immer der FIDO2-Passkey, derselbe Standard wie bei Apple und Google.

Kann ich Passkeys zwischen Apple, Google und einem Passwort-Manager umziehen?

Noch nicht überall. Das BACS schreibt, dass nur einige Implementierungen das Credential Exchange Format und Protocol unterstützen, mit dem sich Passkeys einzeln exportieren und importieren liessen. Unsere Recherche bestätigt das: Bitwarden exportiert Passkeys im JSON-Format und tauscht sie auf iOS 26 und Android 14 direkt per CXP aus, 1Password nur aus den iOS- und Android-Apps, NordPass weder ein noch aus. Der sichere Weg beim Wechsel ist deshalb, Passkeys beim neuen Manager pro Dienst neu zu erstellen und die alten im Konto des Dienstes zu löschen – was welcher Manager sonst kann, steht in unserem Vergleich (→ Beste Passwort-Manager 2026: 1Password, NordPass, Bitwarden und Proton Pass im Vergleich).

Unser Fazit
Passwort-Manager für Passwörter und Passkeys

Unser Vergleich der Passwort-Manager 2026 zeigt, welche Dienste Passkeys und Passwörter über Apple, Android und Windows hinweg synchronisieren, was die Gratis-Pläne von Bitwarden und Proton Pass können, was 1Password und NordPass kosten und wo Passkeys beim Anbieterwechsel hängen bleiben – mit Preisen, Prüfdaten und Sicherheitsvorfällen, ohne eigenen Praxistest.

Zum Passwort-Manager-Vergleich

Quellen

Ali Cetinkaya
Gründer & Herausgeber

Ali Cetinkaya ist Wirtschaftsinformatiker mit über 15 Jahren Erfahrung in IT und Online-Marketing. Für DealsScout wertet er Tarife, Tools und Deals aus – ehrlich, transparent und ohne Fachchinesisch.

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